Vom Bürgermeister am Wiesenhügel

Für die „Plattenbaugebiete“ in Erfurt hat sich mit der Kommunalwahl im Juni eine wichtige Veränderung ergeben: Es wurden Ortsteilbürgermeister und Ortsteilräte gewählt. Mit dieser Wahlfunktion ist das Recht verbunden, städtische Vorlagen zu beraten und Veränderungen zu beantragen. Die Bürgermeister haben das Recht, in allen Gremien der Stadt zu Themen, die das eigene Wohngebiet betreffen, zu sprechen. Nach nunmehr fast einem halben Jahr Arbeit kann man schon ein kleines Fazit ziehen: Die neuen Gremien haben die politische Landschaft in Erfurt auf jeden Fall belebt. Das größte Problem aus meiner Sicht: Den BürgerInnen in den Wohngebieten die Ortsteilräte bekannt zu machen und sie zur Mitarbeit zu motivieren.

Und was wurde in den ersten 6 Monaten speziell am Wiesenhügel erreicht?

Die meisten Nachfragen gab es wegen der Abrisse und der Modernisierungen durch die KOWO am unteren Wiesenhügel. Eigentlich ist der Ortsteilrat in dieser Frage gar nicht zuständig. Dennoch suchen wir immer wieder den Kontakt zur KOWO, vermitteln, leiten Probleme weiter. Dann baute die Sparkasse einen Geldautomaten am oberen Wiesenhügel ab und stellte einen neuen mitten auf den Lidl-Parkplatz. Für viele, insbesondere ältere BürgerInnen ein großes Problem.

Die BürgerInnen sammelten Unterschriften, ich habe einen Brief an den Sparkassenvorstand geschrieben. Der Automat bleibt zwar wo er jetzt ist, aber immerhin bekommt er wieder alle Funktionen, die am alten Standort möglich waren (Briefkasten für Überweisungen und Kontoauszugsdrucker). Und auch eine Überdachung soll angebaut werden. Auch die ersten beiden Anträge des Ortschaftsrates waren erfolgreich: Eine Treppe an der Straßenbahnhaltestelle wird saniert, das Grundstück mit der alten Schulturnhalle wird ohne den dahinter liegenden ehemaligen Bolzplatz verkauft.

Somit könnte hier im nächsten Jahr wieder ein Freizeitangebot für Jugendliche geschaffen werden. Und natürlich standen Gespräche und Besuche bei den Kindergärten an, der Grundschule, dem Jugendclub und anderen Einrichtungen im Wohngebiet. Ganz aktuell bemühe ich mich um die finanzielle Unterstützung von Aktivitäten dieser Einrichtungen zum Jahresende oder zu Weihnachten.

Mein persönliches Fazit: Die Arbeit erfordert viel Zeit, macht Spaß und vor allem: Es ist mit Einsatz und Engagement möglich, den BürgerInnen bei vielen kleinen Problemen zu helfen. Ganz im Sinne des Slogans der LINKEN: Wir sind eine Partei für den Alltag, nicht nur für den Wahltag.

Matthias Plhak

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