Die nächste Sitzung des Stadtrates findet am 02.11.2011 statt.
Die Teilnahme von Gästen (begrenzte Anzahl) ist nach entsprechender Voranmeldung (0361 6552050) möglich.
Weitere Sitzungen:
23.11.2011
nächste Fraktionssitzungen:
am 02.11.2011 16:00 Uhr
Die Fraktion führt monatlich im Raum 113 im Rathaus Sprechstunden durch. Diese finden im Zeitraum von 16:00 bis 18:00 Uhr statt. Die Sprechstunden werden in der Regel von Mitgliedern des Stadtrates durchgeführt. Es ist aber auch möglich einen Termin außerhalb der Sprechzeiten telefonischer unter
0361-6552050 zu vereinbaren.
Sprechstundentermine:
11. Oktober
Der Oberbürgermeister Herr Andreas Bausewein veranstalte regelmäßig Rundgänge in den verschiedenen Ortsteilen der Landeshauptstadt Erfurt. Über den nächsten Ortsteilrundgang informieren wir Sie rechtzeitig an dieser Stelle.
Weitere Informationen erhalten sie unter folgender Rufnummer: 0361-6552050
Auf der Novembersitzung des Erfurter Stadtrates hatte die Fraktion DIE LINKE. im Erfurter Stadtrat einen Antrag zur Erarbeitung eines Konzeptes zur alternativen Verkehrsführung vorgelegt. „Mit diesem Antrag hätte schon bald das nervige Warten an überflüssigen Ampeln mancherorts der Vergangenheit angehören können.“ sagte Matthias Plhak, Stadtrat und Ausschussvorsitzender des Ausschuss Bau und Verkehr. „Viele größere Städte stellen derzeit ihre Ampelanlagen auf den Prüfstand. Städte wie etwa Köln oder München treiben die Abrüstung bereits aktiv voran.“ so Plhak weiter.
Gründe hierfür seien die zu hohen Unterhaltungskosten und leere Stadtkassen. Plhak meint, dass mit der Erarbeitung des Konzepts nicht nur eine Kostenreduzierung bei der Wartung und Instandhaltung der überalterten Ampelanlagen erfolgen könne, sondern auch ein effektiver Nutzen für die Autofahrer auf den Erfurter Straßen entstehen werde. Alternative Lösungen würden zu Kraftstoffeinsparungen führen und den Fahrern Zeit und Nerven sparen. Positive volkswirtschaftliche Effekte wären realisierbar. "Gerade weil wir tagtäglich feststellen müssen, dass ein fließender Verkehr insbesondere in der Rush-Hour nicht gewährleistet ist, wäre es die Aufgabe der Stadt gewesen, über Alternativen nachzudenken", setzt der stellvertretender Fraktionsvorsitzende der LINKEN fort. „Leider mussten wir feststellen, dass die festgefahrenen Ressentiments in den anderen Fraktionen zu groß sind, um einmal mehr über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.“ Plhak äußerte abschließend, dass nicht mehr Ampeln sind notwendig seien, sondern eine Verkehrsführung, die lange Staus verhindern hilft und den Verkehr – auf niedrigem Geschwindigkeitsniveau – flüssig hält. Dies senke den Kraftstoffverbrauch, erhöhe die Sicherheit, verringere die Unfallzahlen und belaste die Umwelt weniger. "Stop And Go war gestern" ,so Plhak. Er fügte an, in der Beantragung der Konzeption gehe es keineswegs nur um Kreisverkehre. Nicht zu vergessen seien auch andere Systeme wie Übergänge, Rechts-Vor-Links-Verkehr und mehr. Alles Vorschläge, die sich mindestens in den Ortschaften und Räumen um Erfurts Zentrum herum anbieten würden. Eine der positiven Folgen wäre die Reduzierung des Schilderwalds an unseren Straßen.
Was vor knapp zwei Wochen in der Zeitung stand, überraschte Eltern, Schüler, Lehrer sowie uns als LINKE gleichermaßen. Die Fortschreibung des Schulnetzplanes für die kommenden zwei Jahre sieht eine Schließung von drei Schulen in Erfurt vor. Betroffen sind die Regelschule 10 „Steigerblick“ in Hochheim, die Regelschule Urbich sowie die Berufsbildende Schule 2 „Rudolf-Diesel“ in der Eugen-Richter Straße. Skandalös ist in diesem Zusammenhang zunächst die Schlampigkeit, mit der die Fortschreibung geplant wurde. Im Vorfeld haben keine intensiven Gespräche mit den Betroffenen statt gefunden. Viele erfuhren die Schließung ihrer Schule durch die Zeitung.
Zu den beiden Regelschulen gehören jeweils Grundschulen, welche sich im gleichen Gebäudekomplex befinden. Begründet werden die Planungen mit Platzmangel in diesen Grundschulen, welcher durch die Einführung sog. „Pädagogischer Konzepte“ entstünde. Jedoch weiß derzeit niemand, was das für Konzepte das sein sollen. Somit lässt sich für uns kaum abschätzen, ob dies eine Schließung der Regelschulen rechtfertigt. Zumal Schulschließungen grundsätzlich abzulehnen sind. Eine Schule aufzulösen und die Schüler auf die angrenzenden Schulstandorte aufzuteilen, bedeutet nicht nur ein längerer Weg zur Schule, sondern reißt auch ein wichtiges Sozialsystem auseinander. Man muss kein Pädagoge sein, um zu verstehen, dass dies für die Schüler eine schwere Belastung sein kann. Der gesunde Menschenverstand hätte dem Schulamtsleiter Herr Krug auch sagen müssen, dass eine Schulschließung sich ebenfalls Nachteilig auf die Sozialstruktur eines Stadtteiles auswirkt. Unter diesen Umständen wäre eine Schulschließung nur im äußersten Notfall und im Einvernehmen der Betroffenen vertretbar.
Verständlich ist deshalb der derzeitige Protest der Schulen gegen ihre Schließungen. Wenigstens haben die Gespräche jetzt begonnen, auch wenn diese durch das stümperhafte Vorgehen des Schulamtes schwer belastet sind. Derzeit beraten auch die Ortsteilräte über die Maßnahmen und am 09. November berät der Ausschuss für Bildung und Sport im Rathaus die Fortschreibung des Schulnetzplanes. Der Ausschuss entscheidet auch, ob und in welcher Form der Schulnetzplan im Dezember im Stadtrat behandelt wird. Bis dahin gilt es zum einen Klarheit zu schaffen und die Gemüter zu beruhigen. Zum anderen muss verhindert werden, dass sich die Regelschulen mit ihren Grundschulen entsolidarisieren. Nicht wenige Lehrer und Schüler aus den Regelschulen sehen in den Grundschulen die Schuld für die geplante Schließung ihrer Schule. Dies droht das Klima zusätzlich zu vergiften. Eines ist jedoch klar: Verantwortlich ist das Schulamt und der Erhalt der Schulstandorte lässt sich nur gemeinsam erreichen.
Veranstaltung im RedRoXX am 19. September
Ferne Utopie oder realistische Chance für eine nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden? Dieser Frage wollten wir im Rahmen unserer Veranstaltung am Beispiel der Städte Hasselt (Belgien) und Templin (Deutschland) nachgehen. Zunächst gab es einen kleinen Einblick in das Konzept des Fahrscheinfreien Nahverkehrs der belgischen Stadt Hasselt. Anschließend waren wir im Gespräch mit Rolf Siegmund aus Templin. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung der Stadt seit der Einführung des fahrscheinfreien Nahverkehrs. In beiden Städten hatte die Einführung des Fahrscheinfreien Nahverkehrs eine nachhaltige Steigerung der Lebensqualität zur Folge. Der so genannte Motorisierte Individualverkehr (MIV) ist ca. um 30% zurück gegangen. Die Nachfrage im Nahverkehr ist im Gegenzug in beiden Fällen sprunghaft angestiegen und blieb nach zwei bis drei Jahren stabil auf hohem Niveau. Die Folge war mehr Mobilität der Bürgerinnen und Bürger und somit mehr Teilhabechancen am kulturellen und sozialen Leben. Insbesondere Ältere Menschen und Jugendliche haben öfters den Weg in die Innenstadt gefunden. Besonders bemerkenswert ist, dass in beiden Städten der Einkaufstourismus sprunghaft angestiegen ist. Der Fahrscheinfreie Nahverkehr hat sich als Besuchermagnet herausgestellt, was sich auch nachhaltig auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgewirkt hat. Mehr Arbeitsplätze und gestiegene Einnahmen der Gewerbetreibenden führten so auch zu Mehreinnahmen im Stadthaushalt. Durch die Reduzierung des Autoverkehrs wurden kostspielige Pläne zum Straßenneubau überflüssig. Viel Geld konnte somit gespart werden. Ein gutes Beispiel für den oft unterschätzten immateriellen Nutzen ist, dass in Hasselt die Besuche des städtischen Krankenhauses stark angestiegen sind.
Während in Hasselt der Fahrscheinfreie Nahverkehr vollkommen aus Steuermitteln finanziert wird, setzt Templin inzwischen auf eine obligatorische Nahverkehrsabgabe, ähnlich dem Semesterticket für Studierende. Der Beitrag findet innerhalb der Bevölkerung breite Akzeptanz.
Ein wichtiges Argument, welches in den 70er und 80er Jahren immer wieder gegen das Konzept ins Feld geführt wurde, war „was nichts kostet, ist nichts wert“. Dieses Argument hat sich mit Blick auf Hasselt und Templin als Trugschluss herausgestellt. Die Bürgerinnen und Bürger identifizieren sich ganz besonders mit Ihrem Nahverkehr. Er verleiht ihrer Stadt ein Alleinstellungsmerkmal und ihr Stadtbus ist zu „Ihrem Bürgerbus“ geworden. Überdurchschnittlicher Vandalismus ist seither ausgeblieben. In einigen Städten treibt diese Identifikation mit dem Nahverkehr sogar derartige Blüten, dass bei der Einweihung jeder neuer Linie und jedem neuen Bus ein Volksfest veranstaltet wird.
Templin und Hasselt haben es vorgemacht: Der Fahrscheinfreie Nahverkehr ist eben keine ferne Utopie, sondern eine umsetzbare und nachhaltige Chance für Städte und Gemeinden.

DIE LINKE tritt ein für Transparenz und Offenheit in der Politik – nicht umsonst heißt unsere Zeitung „Gläsernes Rathaus“. Mit entsprechenden Anträgen versucht die Stadtratsfraktion auch die Kommunalpolitik in Erfurt zu beeinflussen – und ist im letzten Stadtrat gleich zweimal gescheitert. Zunächst ging es um die Bundesgartenschau 2021, um die sich Erfurt bekanntlich bewerben wird. In einem Änderungsantrag hatte DIE LINKE gefordert, dass Offenheit und Beteiligung von BürgerInnen und Stadtrat den gesamten Prozess der weiteren Schritte zur „Buga 2021“ begleiten solle – ALLE anderen Fraktionen und die Verwaltung lehnten diesen Antrag ab. Seltsame Begründung des OB: Für ihn seien Beteiligung und Transparenz selbstverständlich. Herr Bausewein, wir werden Sie beim Wort nehmen!!
Folgerichtig wurde auch unser 2. Versuch, mehr Licht ins Dunkel seltsamer Abstimmungsverhältnisse zu bringen von ALLEN anderen Stadträten abgelehnt. Wir hatten gefordert, dass im Rahmen des zu erwartenden Streichkonzerts bei den Kommunalfinanzen durch das Land die im Stadtrat sitzenden Landtagsabgeordneten ihr Abstimmungsverhalten erklären sollten. „Man kann nicht im Landtag die Kommunalfinanzen zusammenstreichen und dann im Stadtrat diese Kürzungen beweinen“ war von der Fraktion in der Lokalpresse zu lesen. Stimmt genau und wird, dem Rat sei Dank, im Dezember wieder zu beobachten sein.
Zur Stadtratssitzung am 06. Juli stand nun endlich der erneute Wohnungsverkauf der KoWo, insbesondere die Problematik am Rotdornweg, ganz oben auf der Tagesordnung. Im Rahmen der aktuellen Stunde, machte die Bürgerinitiative am Rotdornweg klar, dass sie sich durch die Ankündigung des Verkaufs ihrer Wohnungen durch die KoWo im Stich gelassen gefühlt haben. Jahrelang haben sie sich für eine Sanierung stark gemacht und zum Teil in eigener Verantwortung ihre Wohnungen selbst ertüchtigt, soweit dies möglich war. Den Mietern am Rotdornweg war klar, dass eine Veräußerung an einen privaten Investor eine Sanierung nach sich ziehen würde. Jedoch würde die folgende Mietpreiserhöhung eine Verdrängung der jetzigen Mieter bedeuten. Entsprechend machten die Anwohner vor der Stadtratssitzung auf dem Fischmarkt ihrem Unmut Luft.
Die Fraktion DIE LINKE machte indes ihre Position deutlich klar und stellte sich fest an die Seite der Anwohner des Rotdornweges. Mit der LINKEN gibt es in Erfurt keinen Verkauf von kommunalem Wohneigentum. Bezahlbare Mieten sind nach einer Sanierung nur dort möglich, wo die Wohnungen auch im Eigentum der KoWo verbleiben. Susanne Hennig machte klar, dass sich DIE LINKE dem Menschenrecht auf Wohnen, entsprechend der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen, verpflichtet fühlt und entsprechendes von der KoWo sowie der Stadtverwaltung erwartet. Die so genannte Sozial-Charta ist Augenwischerei und verzögert nur die sozialen Verdrängungsprozesse, die durch weitere Wohnungsprivatisierungen angefeuert werden. Bezahlbares Wohnen, auch im niedrigpreisigen Segment, muss überall in Erfurt möglich sein - nicht nur in der Platte entlang der Peripherie. Um dies in Erfurt, auf der Grundlage der aktuellen Bevölkerungsentwicklung zu realisieren, braucht es dringend eine fundierte Wohnungsbaustrategie. Schöne Worte des Oberbürgermeisters helfen den Wohnungssuchenden in Erfurt wenig. Ein entsprechender Antrag der LINKEN, eine Wohnbedarfprognose in Auftrag zu geben, wurde in die Ausschüsse abgeschoben. Der der andere Antrag der LINKEN, alle Wohnungsverkäufe zu stoppen, wurde dann mit den Stimmen von SPD, CDU, GRÜNE und Freie Wähler abgelehnt.
Erfreulich ist es dennoch, dass es die Anwohner des Rotdornwegs mit viel Engagement und Durchhaltevermögen geschafft haben, dass der Aufsichtsrat der KoWo den Verkauf ihrer Wohnungen vorerst gestoppt hat. Das hat gezeigt, dass sich Protest lohnen kann. Nun kommt es darauf an, dass in den nächsten Monaten zwischen der KoWo und den Anwohnern ein tragfähiges Nutzungs- und Sanierungskonzept entwickelt wird, welches es ermöglicht, dass die Wohnungen bei der KoWo bleiben und die Mieter im Rotdornweg weiter wohnen können. Die Mieter der restlichen zum Verkauf stehenden Wohnungen haben jedoch jetzt den „schwarzen Peter“ zugeschoben bekommen. Die KoWo versucht sich nun, explizit mit der Billigung des Stadtrates, durch den Verkauf ihrer Mietwohnungen gesund zu stoßen. Allen sozialen Versprechungen zum Trotz.

Die Wohnraumsituation in Erfurt könnte in naher Zukunft zu einem Problemfeld werden, weshalb sich die Linksfraktion diese Frage stärker auf die politische Fahne schreiben wird. Presseveröffentlichungen der letzten Wochen in den regionale Medien sowie neueste statistische Erhebungen machen nämlich deutlich, dass die Stadt Erfurt in den nächsten Jahren erfreulicherweise mit einer Zunahme der Bevölkerung zu rechnen hat. So sind Einwohnerzahlen weit jenseits der 200 000 bereits heute fest prognostiziert. Gleichzeitig wurden diesen Prognosen in der jüngeren Vergangenheit die zur Verfügung stehenden Wohnungen gegenübergestellt. Dabei stellte man fest, dass der vorhandene Wohnraum – insbesondere im niedrigeren Preissegment – in der Landeshauptstadt den Bevölkerungszuwachs nicht aufnehmen kann. Karola Stange fragte deshalb den Oberbürgermeister, in welchem Verhältnis der vorhandener Wohnraum und der prognostizierte Bevölkerungszuwachs in den nächsten 15 Jahren stehen. Außerdem wollte sie wissen, welche Schritte die Kommune gehen müsse, um einen möglichen Wohnungsnotstand zu verhindern und wie einer eventuellen Mietpreisexplosion rechtzeitig und wirkungsvoll entgegenzutreten sei. Die Antwort der Verwaltung fiel derart beschwichtigend aus, dass die Fraktion zu dem Schluss kam, dieses Thema nochmals mit einer Großen Anfrage aufzugreifen.
Dringliche Anfrage - Wohnungssituation
Fragestellerin: Frau Stange, Fraktion DIE LINKE.