7. Oktober 2011

Regelschule Hochheim muss erhalten bleiben

„Ich verstehe die Welt nicht mehr“, sagt die LINKE-Politikerin und stellvertretende Ortsteilbürgermeisterin von Hochheim Karola Stange, „nachdem ich heute aus der Zeitung entnahm, dass im Entwurf der Schulnetzplanung die Hochheimer Regelschule wieder einmal zur Disposition stehen soll.“ Vor ein paar Jahren hätten sich Eltern, Schüler und Pädagogen sowie der Ortschaftsrat Hochheim dafür stark gemacht, dass die Schule erhalten bleibt und somit ein wichtiger Schwerpunkt für das Leben in der dörflichen Struktur darstellt. „Dieser Kampf von vor 8 Jahren darf nicht für umsonst gewesen sein“, so Frau Stange.

Es sei ihrer Meinung nach nicht nachzuvollziehen, wie die Stadt auf einen solchen Vorschlag gekommen ist, denn bis vor wenigen Tagen wurden mehrere Hunderttausend Euro in Form des Konjunkturpaketes II zur Sanierung in die Regelschule investiert, um somit auch hervorragende Bedingungen für Schüler und Lehrer zu schaffen. Gleichzeitig stelle die Regelschule einen zentralen Anlaufpunkt für die Schüler der umliegenden Ortschaften dar, angefangen von Frienstedt, Bischleben, Möbisburg, Molsdorf bis hin zu Schmira und natürlich Hochheim.

Der Oberbürgermeister solle ihr doch bitte erklären, warum einerseits Fördermittel aus dem Steueraufkommen fließen und dann diese Investitionen für die "Katze" gewesen sein sollen, indem die Standorte geschlossen werden, so die engagierte Politikerin. Offensichtlich gehe es bei solchen Vorstellungen weniger um das große Ganze, sondern darum, dass jede politische Ebene nach egoistischen finanziellen Vorteilen Ausschau halte. Die Bürger würden ein solches Verhalten nicht verstehen und - mit Recht - auch immer weniger tolerieren! Die Ortsteile würden letztendlich auf den leeren Gebäudehüllen sitzenbleiben, in Zentrumsnähe könne man wenigstens noch einigermaßen erfolgreich vermarkten.

Erschwerend für ihre Positionierung käme hinzu, dass der Entwurf des Schulnetzplanes noch gar nicht den Stadträten zur Verfügung stehen würde, obwohl er bereits den Schulen zur Stellungnahme vorläge. 

Stange meint überdies, dass bei Entscheidungen zu Schulstandorten mit Fingerspitzengefühl vorgegangen werden müsste. Lehr- und Lernbedingungen, aber auch das jeweilige Schulklima und die Lernerfolge bei den Kindern müssten ebenso Entscheidungskriterien sein - und nicht nur das Geld. Darüber hinaus sollten sich die Schulen selbst, die aus Stanges Sicht eigene Sozialsysteme darstellen, nicht entsolidarisieren lassen. "Wichtigster Gesichtspunkt ist das Wohl der Kinder und der passende Bildungserfolg".

Stange ließ keinen Zweifel daran, dass sie gemeinsam mit der Lehrerschaft, den Eltern, aber auch mit dem  Hochheimer Ortschaftsrat alles daran setzen werde, dass der bewährte Schulstandort in Hochheim erhalten bleiben wird. "Wir haben in der Ortschaft Hochheim die allerbesten Bedingungen, um die Idee der Gemeinschaftsschule - ein neues thüringer Schulprojekt - mit Leben zu erfüllen. Wir haben eine gute, sanierte Regelschule sowie eine neu gebaute Grundschule - und das soll auch so bleiben“, betont kämpferisch die Stadträtin der Linken.