28. November 2012

Dringliche Anfrage "Bahnhaltepunkte"

Fragesteller: Herr Plhak, Fraktion DIE LINKE

Sachverhalt:

Auf der Bahnstrecke Nordhausen-Sondershausen-Erfurt soll es Fahrzeitverkürzungen und Verschönerung von Bahnhöfen geben. Dennoch wirft die Fortschreibung des Nahverkehrsplans Thüringen Fragen auf. Der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius (CDU), und der Chef der Thüringer Nahverkehrsgesellschaft, Volker Michael Heepen, erläuterten jüngst auf der "Zweiten Regionalkonferenz in Nordthüringen" die Veränderungen, die es im Norden Thüringens geben soll. Es ging konkret um die 2. Fortschreibung des Nahverkehrsplans für Thüringen. Das Ziel sei die optimale Anbindung der Region Nordthüringen an die ICE-Knoten in Erfurt, Halle, Kassel und Göttingen, so Carius. Hierzu gehöre auch der Ausbau der Bahnstrecke von Erfurt nach Nordhausen. Der Ausbau Nordhausen - Wolkramshausen sei erfolgt. Bis 2015 soll die Strecke Wolkramshausen - Sondershausen folgen. Bis 2020 wolle man sich mit dem Ausbau der Strecke Sondershausen - Erfurt Zeit lassen.
Es werde angestrebt, eine Reisezeit von weniger als einer Stunde zu erreichen, so Carius weiter. Allerdings würden Haltepunkte mit weniger als 10 bis 15 Aus- und Zustiegen wohl auf der Strecke bleiben (Glückauf, Großfurra, Hohenebra-Ort). Die Fahrzeit von unter einer Stunde sei eigentlich nur mit weniger Haltepunkten möglich. Der Minister wolle durch Vernetzung mit dem Busverkehr die kleinen Haltepunkte bedienen, um dann die Bahnknoten (wie Sondershausen) besser zu stärken. Er sagte, mit diesen Maßnahmen würden die Fahrzeiten, einschließlich des Knoten Erfurts, nach Süden bis Würzburg deutlich verkürzt. Über die Strecke Erfurt - Sangerhausen würde es außerdem eine Direktverbindung bis nach Halle geben. Ferner sollen künftig Kassel, Leinefelde, Nordhausen und Halle durch eine Expressverbindung im Stundentakt verbunden werden. Hinsichtlich Artern und Heldrungen werde es eine bessere Verknüpfung zwischen Bahn und Bus, sowie bei Park und Ride geben.


In diesem Zusammenhang Frage ich den Oberbürgermeister:

1. Ist der Stadtverwaltung bekannt, ob Haltepunkte auf den Strecken nach Nordhausen (Erfurt-Nord, Kühnhausen, Gispersleben) und nach Sangerhausen (Erfurt-Ost, Stotternheim) von einem Wegfall bedroht sind?
2. Wenn ja: Wie wird diese Schließung von der Verwaltung verkehrstechnisch und benutzertechnisch bewertet?
3. Ergibt sich aus dem Sachstand Handlungsbedarf für die Stadtverwaltung?

Der Stadtverwaltung liegen keine Informationen vor, dass die kleineren Erfurter Bahnhöfe von einer Schließung bedroht sind.
Am 26.06.12 fand in Leinefelde ein regionales Fahrplangespräch statt, bei der das Fahrplangefüge des ab 2014 neu vergebenen Dieselnetzes Nordthüringen vorgestellt wurde. In diesem sind die Bahnhöfe Erfurt-Nord, Gispersleben und Kühnhausen enthalten. In der hierzu am 29.08.2012 verfassten Stellung-nahme wurde ein Verkehrshalt aller Züge am direkt mit dem Erfurter Stadt-verkehr verknüpften Bahnhof Erfurt-Nord angemahnt.
Die Strecke nach Sangerhausen mit den Bahnhöfen Erfurt-Ost und Stottern-heim liegt im kürzlich neu vergebenen Elektronetz Saale-Thüringen-Südharz, welches 2015 von Abellio übernommen wird. Zum konkreten Fahrplan-angebot liegen der Stadtverwaltung noch keine Details vor. Vertreter der Stadtverwaltung sind vom Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr am 07.12.12 zu einer "Fahrplankonferenz Mitte" eingeladen, bei der die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes des Freistaates und speziell das neue Schienenverkehrskonzept vorgestellt werden soll. Hierzu wird die Stadtverwaltung eine Stellungnahme abgeben.