20. Dezember 2013

Zukunft der ehemaligen Zahnklinik weiterhin ungewiß!

Weiterhin ungewiss ist die Zukunft der alten Zahnklinik in Erfurt. Mehrere Nachfragen aus den Reihen der Fraktion DIE LINKE. erbrachten bislang noch keine durchgreifende Initiative der Stadtverwaltung. Der missliche Zustand des Gebäudes und seine Beseitigung entwickeln sich zur unendlichen Geschichte. Für das Gebäude der ehemaligen Zahnklinik besteht seit dem 09.11.1994 ein Erbbaurechtsvertrag über 99 Jahre mit dem Freistaat Thüringen. Die Verwaltung des Objektes obliegt dem Thüringer Liegenschaftsmanagement. Eine vorzeitige Aufhebung des Erbbaurechtsvertrages ist grundsätzlich möglich, sofern die Stadt Erfurt eine zeitnaheWiederverwertung des Gebäudes beschließt. Bis Ende Oktober 2013 wollte die Verwaltung den Zustand des Objektes und mögliche Nutzungen untersuchen. Danach sollte zum weiteren Umgang und gegebenenfalls einem erneuten Interessenbekundungsverfahren entschieden werden. 

Karola Stange (DIE LINKE.), Mitglied des Stadtrates und Aufsichtsratsvorsitzende der KoWo GmbH, ist mit der Feststellung des Oberbürgermeisters, dass es zum heutigen Zeitpunkt noch keinen neuen Sachstand in der Angelegenheit gebe, nicht einverstanden. „Ich weiß, dass die Vermarktung bzw. Nutzung einer so großen Liegenschaft, einer Immobilie mit 10.000 Quadratmetern schwierig ist. Stillstand in den Aktivitäten ist aber auch keine Lösung. Der Zustand des Gebäudes wird sich weiter verschlechtern.“ 

Ein ganz wesentlicher Punkt wird nach Auffassung der Stadtverwaltung die perspektivische Unterbringung der Bauverwaltung sein. Die Abarbeitung der diesbezüglichen Haushaltsbegleitan-träge und bisherigen Festlegungen erfolge durch die Verwaltung derzeit in enger Abstimmung mit dem Ausschuss für Finanzen, Liegenschaften, Rechnungsprüfung und Vergaben. Zielstellung sei, nach Abwägung aller Belange, dem Stadtrat eine Drucksache zur Entscheidung vorzulegen, so der Oberbürgermeister. Da dieses Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen und ergebnisoffen sei, werde die Stadtverwaltung zum gegebenen Zeitpunkt die Möglichkeiten der Einbeziehung der KoWo bei einer weiteren Entwicklung des Standortes prüfen.

Stange dazu: “Inzwischen konzentrieren sich auf Initiative der Stadträtin Katrin Wagner (DIE LINKE.) die Bemühungen dreier Fraktionen auf eine andere Immobilie für die Bauverwaltung. Damit könnte das Argument des Oberbürgermeisters an weiterem Gewicht verlieren.“ Es ginge am Ende nicht um die Bauverwaltung, sondern um Ideenlosigkeit, so die Politikerin. Das Gebäude der Zahnklinik sei gut geeignet entweder für studentisches oder für altersgerechtes Wohnen. „In der Nähe befinden sich sowohl eine Geriatrie als auch ein Krankenhaus und Anschlüsse an den Öffentlichen Nahverkehr“, so Stange. Sie verlange nun endlich ein Konzept. Dieses sei ohne weiteres mit Unterstützung der KoWo zu erarbeiten.