27. Oktober 2014 Matthias Bärwolff

Ein verheerendes Signal

Matthias Bärwolff, 1. Stellv. Fraktionsvorsitzenden der Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat Erfurt und Vorsitzenden des Bauausschusses der Stadt Erfurt

Es ist völlig unverständlich, dass das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gegen die ausdrückliche Stellungnahme der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Erfurt, den Abriss der Kartäusermühle durch den privaten Eigentümer genehmigt bzw. die Stadt dazu auffordert, den Abriss zu genehmigen. Bereits im Jahr 2011 hatte die Untere Denkmalschutzbehörde sich gegen die Abrisspläne ausgesprochen und war damals darin vom Landesamt unterstützt worden. Dies wurde nun vom Landesamt revidiert, wie in der gestrigen Sitzung des Bauausschusses informiert wurde.

DIE LINKE. im Stadtrat Erfurt lehnt einen solchen rücksichtslosen Umgang mit dem architektonischen und kulturellen Erbe unserer Stadt entschieden ab.

Die Abrissgenehmigung ist ein verheerendes Signal des Landesamtes im Umgang mit den Zeugnissen der Bau- und Kulturgeschichte der Landeshauptstadt. Besonders verwunderlich ist dieses Signal, da das Landesamt noch 2011 selbst erklärt hatte, mit dem Abriss würde "ein bedeutendes Zeugnis der jahrhundertelangen Erfurter Mühlengeschichte" vernichtet werden. Die erste Mühle an diesem Standort ist bereits aus dem Jahre 1291 nachweisbar und das heutige Gebäude wurde im Jahre 1872 errichtet.

Leider gibt es auf Grund der Ämterstruktur und der gesetzlich geregelten Zuständigkeiten im Denkmalschutz keine Möglichkeit für die Stadt Erfurt, sich rechtlich gegen solch eine Entscheidung des Landesamtes zu wehren.