9. November 2016 Matthias Bärwolff

Gewerbegebiet in Urbich kommt

Matthias Bärwolff, Fraktionsvorsitzender

Vorschläge des Ortsteils werden in Planungen mit einbezogen

Die mittlerweile mehrjährige fassettenreiche Diskussion über das Gewerbegebiet URB638, nördlich der Straße am Herrenberg, nähert sich langsam einer ersten Entscheidung. Diskussionen über die Hochwassergefahr und Schallimmissionen, Flächenversiegelung aber auch Bedenken zu den Einflüssen des Gewerbegebietes auf das Stadtklima wurden ausführlich geführt. Die Stadtratsmitglieder Karola Stange und André Blechschmidt waren bereits mehrfach vor Ort und haben sich ein Bild gemacht. Gespräche mit dem Ortsteilbürgermeister Peter Fitzenreiter fanden mehrfach statt und werden weiter fortgeführt. 

DIE LINKE ist sich der Notwendigkeit und Bedeutung des Gewerbegebietes für den Hochtechnologie-standort Erfurt bewusst. Der knappe und hochwertige Boden um Erfurt ist gleichfalls ein hohes und schützenswertes Gut.  Hier ist eine behutsame Abwägung zu treffen. Eine Entwicklung des Gewerbegebietes für Logistikunternehmen und ähnliche flächenintensiven Branchen mit wenigen Arbeitsplätzen in der Produktion scheidet daher für DIE LINKE aus. Deshalb formuliert DIE LINKE klare Bedingungen für eine Entwicklung an diesem sensiblen Standort. So muss gewährleistet werden, dass das Gewerbegebiet von  Unternehmen genutzt wird, die werthaltige Arbeitsplätze in der Produktion anbieten und die im Technologiebereich und der Entwicklung verortet sind. DIE LINKE wird sich für eine schrittweise Entwicklung des Gewerbegebietes einsetzen, die sicherstellen soll, dass die Flächen erst sukzessiven in Richtung Urbich entwickelt werden. Für die Erweiterung der Schutzzone um mindestens 10 Meter wird sich die DIE LINKE ebenfalls einsetzten.

Bevor der Stadtrat über einen konkreten Entwurf für das Gewerbegebiet entscheidet, werden die Anwohner weiterhin in den Entscheidungsprozess mit eingebunden. Bereits im letzten Jahr gab es eine öffentliche Bürgerversammlung auf der die Fachgutachten zum Bebauungsplan vorgestellt und diskutiert wurden. Die Einbindung des Ortsteils in den Planungsablauf wird weiter gewährleistet, so gab es im September eine Vorstellung mehrerer Entwürfe eines Bebauungsplanes auf der Sitzung des Ortsteilrates. Kritiken und Anregungen vom Ortsteilrat wurden durch die Stadtverwaltung aufgenommen und an die zuständige Behörde, die Landesentwicklungsgesellschaft weitergereicht und in den Planungsprozess eingebracht. 

Auch die Fragen des Hochwasserschutzes, sowie der Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft müssen gemeinsam mit dem Ortsteil diskutiert werden, hier bietet sich ggf. die Möglichkeit Maßnahmen des Hochwasserschutzes im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen.

Der LINKEN ist es wichtig, dass alle Beteiligten frühzeitig und gemeinsam den Prozess begleiten und ihn gestalten. Dies scheint nun zu geschehen indem die Stadtverwaltung und Stadtpolitik sowie die Landesentwicklungsgesellschaft die Betroffenen frühzeitig informiert und in den Planungsprozess mit einbindet.