15. Januar 2017 Matthias Bärwolff

Vorfahrt für die Bimmel

Immer wieder erreichen uns Anfragen von Anwohner_innen ganz bestimmter Straßen. Sie haben alle etwas gemeinsam: durch sie fährt die Straßenbahn. Nun fragen sich einige, wie es denn sein kann, dass bspw. auf dem Marcel-Breuer-Ring der Autoverkehr mit 30 km/h fahren darf, die Straßenbahn aber regelmäßig viel schneller unterwegs ist?

Die unterschiedliche Geschwindigkeit rührt daher, dass die Straßenbahn, wenn sie einen eigenen Gleiskörper hat, anders beschildert wird. Nach der BO-Strab (§50 BO-Strab) und der Trassierungsrichtlinie, das sind einschlägige Regelwerke, die den Straßenbahnverkehr erläutern, wird den Straßenbahnen teils eine höhere Geschwindigkeit gestattet, als dem Autoverkehr. Beispiele dafür sind der Marcel-Breuer-Ring, die Magdeburger Allee oder auch die Schillerstraße, wo nachts für Autos Tempo 30 gilt, die Straßenbahn aber weiterhin schneller unterwegs ist.

Warum werden Straßenbahnen bevorzugt? Weil nur ein schneller Nahverkehr auch ein attraktiver Nahverkehr ist. So sind die Gesetze und Richtlinien zum ÖPNV darauf ausgerichtet, dass dieser Vorfahrt bekommt und einigermaßen konkurrenzfähig zum Auto ist. Um der Straßenbahn und dem Bus Vorrang einzuräumen, werden u.a. Ampelschaltungen auf den ÖPNV abgestimmt und auf mancher Straße überholt die Bimmel das Auto

 

https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/strabbo_1987/gesamt.pdf