25. November 2016 Matthias Bärwolff

Mobil auch ohne Auto - großes Interesse am Thema Mobilität

Matthias Bärwolff, Fraktionsvorsitzender

 

Auf der Suche nach der Stadt von morgen lud die Stadtratsfraktion der Linken ins Nerly ein. Das Interesse am Thema war so groß, dass der Saal des Nerly bis auf den letzten Platz gefüllt war und mancher Gast gar keinen Platz mehr fand.

DIE LINKE lud Allan Alaküla aus Tallinn nach Erfurt ein, der das Modell des Nahverkehrs ohne Fahrschein erläuterte. Ein Modell auch für Erfurt? „Tallinn hat den freien Nahverkehr in einer wirtschaftlichen Krise eingeführt, das Einkommen der Bevölkerung war so niedrig, die Arbeitslosigkeit so hoch, dass sich kaum jemand die stetig steigenden Ticketpreise leisten konnte. Für die Stadt war klar, Mobilität ist ein soziales Grundrecht. Sie ist ein wichtiger Schlüssel um den Einwohnern den Zugang zu sozialen Einrichtungen zu ermöglichen.“ fasst Allan Alaküla die Beweggründe der Stadt zusammen. Allan Alaküla leitet die Vertretung Tallinns bei der EU und stellte die Entwicklungen in der Stadt seit der Einführung des freien Nahverkehrs den rund 150 Gästen vor.

Im Anschluss diskutierten Myriam Berg (Vorstand EVAG), Prof. Nikolai Roskamm (FH-Erfurt) und Dr. Klaus Sühl (Staatssekretär Infrastrukturministerium) über die hiesigen Perspektiven und Probleme der Mobilität. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Fraktionsvorsitzenden Matthias Bärwolff, der sowohl die Diskussion leitete und als Chef des Verkehrsausschusses täglich mit Konflikten zum Thema Verkehr konfrontiert ist. „Verkehr ist ein Thema und die Beteiligung bei dieser Veranstaltung zeigt, dass es Diskussionsbedarf gibt. Ein Umdenken in Bezug aufs Auto ist nötig, gibt es doch Megatrends, die auch vor Erfurt nicht Halt machen: immer mehr Menschen leben in Städten, Nutzen statt Besitzen ist heute angesagt und auch in wirtschaftlicher Hinsicht gibt es Handlungsbedarf. Denn Wohlstand und Einkommenszuwächse kommen nicht bei allen Menschen gleichermaßen an.“ so Bärwolff weiter.

Die Linke wird sich weiter in die Diskussion um die Verkehrsentwicklung in Erfurt einbringen, Handlungsbedarf besteht akut beim Erhalt des Sozialtickets und beim Ausbau der Radwegenetzes. „Den Umweltverbund stärken, Fuß- und Radverkehr, ebenso wie Bus und Bahn, dass ist die Richtschnur für weitere Initiativen unserer Fraktion zum Thema“.