20. April 2017 Dr. Steffen Kachel

Ostermarsch in Jena thematisierte Thüringer Rüstungsbeitrag

Mehr als 200 Menschen, darunter auch ein Dutzend Erfurterinnen und Erfurter beteiligten sich an der Kundgebung der Thüringer Friedensbewegung in Jena. Martina Renner (Bundestagsabgeordnete, DIE LINKE), Ute Hinkeldein (Friedenskreis Erfurt), Stadträtin Julia Langhammer (DIE LINKE) und Prof. Mersheimer (IPPNW) sprachen den Menschen aus dem Herzen, als Sie sich gegen das derzeit akute Anheizen internationaler Spannungen wandten. Aber auch der eigene Beitrag Thüringens und Jenas zum internationalen Rüstungswettlauf wurde thematisiert. Waffen werden nicht umsonst gebaut, sondern, um eingesetzt werden. Konversion muss deswegen auch für Thüringen ein Thema werden, gerade die Firma Jenoptik steht hier im Zentrum der Diskussion.  

Bei dem knapp einstündigen Marsch durch die Jenaer Innenstadt hielten die Demonstranten in der Zwätzengasse, wo Mario Hesselbarth (Rosa-Luxemburg-Stiftung) an die Osterkonferenz erinnerte, auf der sich Karl Liebknecht im April 1916 illegal mit Vertretern kritischer sozialdemokratischer Jugendgruppen traf – ein  Auftakt für die Formierung der offenen Opposition in Deutschland gegen den vaterländischen Konsens und gegen den Weltkrieg. Ohne diese Opposition, machte der Redner deutlich, sei die Revolution nicht denkbar gewesen, und ohne die Revolution nicht das Kriegsende 1918.

 

Insgesamt war der Thüringer Ostermarsch 2017 eine gelungene, vor allem aber dringliche Aktion, die durchaus wahrgenommen wurde – nicht nur in Jena. Dank an die Organisatoren!