16. Januar 2017 Michael Bicker

Gedenken an die Ermordung der Revolutionäre Luxemburg und Liebknecht

Zum traditionellen Gedenken an die beiden ermordetem Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht trafen sich am 15.11. zahlreiche Menschen auf Einladung der Linkspartei. Besonders war dieses Mal die Ansprache der Bundestagsabgeordneten Martina Renner, die betonte, wie wichtig das Wirken der RevolutionärInnen auch in der heutigen Zeit ist. In einer Anekdote berichtete sie davon, wie eine Fragerunde von BesucherInnen im Bundestag sehr hitzig wurde und ständig ein "Wir gegen Sie" als Problem aufgemacht wurde. Sie entgegnete mit Schmunzeln, dass wenn solche Menschen Rosa Luxemburg würdigen und als Revolutionärin schätzen, dann würdigen sie damit eine die nicht "Wir" ist, sondern vermeintlich "Sie", denn als Polin die so gar nicht proletarisch war hatte sie doch wohl wenig mit dem "Wir" zu tun. Martina wollte damit zeigen, dass dieses diffuse Wir-Sie als Versuch der Abgrenzung schlicht nicht klappt. Es spielt eben keine Rolle wo jemand herkommt, sondern was er oder sie macht!

In einer anschließenden Runde im RedRoXX hat der Kulturverein Mesopotamien eine Präsentation vorgestellt.

 

Zur Geschichte dieses Gedenktages ein Artikel von LeMO (Lebendiges Museum Online):

"Wenige Tage nach der blutigen Niederschlagung des Januaraufstands verhafteten am 15. Januar 1919 in Berlin Freikorpssoldaten der Garde-Kavallerie-Schützen-Division die untergetauchten Führer des Spartakusbunds, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Sie verschleppten die beiden Köpfe der revolutionären Bewegung in das Hauptquartier des Freikorps im Hotel Eden und verhörten sie dort unter schweren Mißhandlungen. Anschließend erschossen sie Liebknecht im Tiergarten mit drei Schüssen aus nächster Nähe. Luxemburg wurde ebenfalls von ihren Bewachern heimtückisch ermordet. Ihre Leiche warfen sie in den Landwehrkanal, wo sie erst Ende Mai 1919 gefunden wurde.

Der Sarg von Luxemburg mußte daher leer bleiben, als er symbolisch mit 31 weiteren Opfern des Januaraufstands, unter ihnen Liebknecht, am 25. Januar auf dem Friedhof in Berlin-Friedrichsfelde zu Grabe getragen wurde. Den Leichenzug nutzten die USPD und die KPD zu einer beeindruckenden Massendemonstration. Für die Beerdigung Luxemburgs am 13. Juni 1919 mußten aufgrund des großen Andrangs sogar Eintrittskarten ausgegeben werden.

 

Die Ermordung der beiden Kommunisten, von denen es in der Presse tags darauf hieß, Liebknecht sei auf der Flucht erschossen und Luxemburg von einer aufgebrachten Menge gelyncht worden, riefen auch im Bürgertum Empörung hervor. Mit Verständnislosigkeit reagierten weite Teile der Öffentlichkeit, als ein Kriegsgericht die maßgeblich an den Morden beteiligten Offiziere im Mai 1919 freisprach. Unterzeichnet wurde das auf scharfe Kritik stoßende Urteil vom sozialdemokratischen Reichswehrminister Gustav Noske. Das Gerichtsurteil vertiefte nach dem Januaraufstand und den Morden noch einmal erheblich den Graben zwischen der radikalen Linken und der SPD, die als Regierungspartei für die Geschehnisse verantwortlich gemacht wurde."