13. Januar 2017 Kai Budler

Die gleichen Regeln für alle gelten lassen

Auf Einladung der LINKEN-Stadtratsfraktion besuchten am 11.01.2017 mehr als 100 Menschen in Erfurt die Diskussion über die Erfahrungen mit der Moschee der Ahmadiyya Gemeinde in Berlin-Pankow. Auf der Veranstaltung konnten auch manche Ressentiments und falsche Informationen über die geplante Moschee in Erfurt-Marbach entkräftet und widerlegt werden. Auf dem Podium in der Stadtteilbibliothek am Berliner Platz warfen Stefan Liebich, MdB DIE LINKE aus dem Wahlkreis Berlin-Pankow, und der Imam der dortigen Moschee der Ahmadiyya Gemeinde, Said Ahmad Arif, einen Blick auf die Geschichte des Gotteshauses in dem Berliner Bezirk. Sie resümierten: nachdem die Moschee 2008 eröffnet worden war, kehrte Ruhe ein und die Proteste ebbten ab. „Durch die ständige Offenheit und Dialogarbeit dort haben die Leute gemerkt, dass all die Befürchtungen, die man hatte, nicht wahr geworden sind“ erläuterte Arif. Liebich war im Nachhinein erleichtert, dass Politik und Verwaltung nicht vor Drohungen und Gewalttaten eingeknickt waren und erklärte: „man kann nicht für unterschiedliche Religionen unterschiedliche Regeln aufstellen“. Dem schloss sich die Direktkandidatin der LINKEN für Erfurt, Martina Renner, an: „Das Recht auf Religionsfreiheit ist ein universelles und unteilbares Grundrecht, das aus der historischen Perspektive in Deutschland entstanden ist“. Die gestiegenen antimuslimischen Straftaten zielten aber auch gegen eine offene Gesellschaft, so Renner. In der folgenden Diskussion konnten zahlreiche Befürchtungen wie beispielsweise zur Kostenfrage entkräftet werden. Matthias Bärwolff; Fraktionsvorsitzender und stadtentwicklungs- und verkehrspolitischer Sprecher, hielt fest: „Die Stadt beteiligt sich nicht an den Baukosten, weil die Ahmadiyya Gemeinde für ihre Moschee ganz allein aufkommt“. Die wichtigste Erkenntnis des Abends hielt eine Besucherin am Ende der Veranstaltung fest: „Wenn man Ängste hat, sollte man auf die Leute zugehen und mit ihnen reden“.