6. Februar 2017 Dr. Steffen Kachel

Proteste von Kurdinnen und Kurden in ganz Deutschland

Schluss mit dem Krieg, Schluss mit dem Verbot der kurdischen Arbeiterpartei PKK

Die jahrelange Nichtachtung und Diskriminierung von Kurdinnen und Kurden in der Türkei ist seit Sommer 2015 in einen offenen Krieg des türkischen Staatschefs Erdogan gegen die Kurdengebiete übergangen. Hunderte gewählte Bürgermeister wurden seither abgesetzt, nicht konforme Zeitungen gestürmt, die Mehrheit der kurdischen Abgeordneten im nationalen Parlament verhaftet, die türkische Armee ging in vielen Städten massiv gegen unbewaffnete Zivilisten vor. Mehr als Tausend Tote hat die Eskalation des Konflikts in der Zivilbevölkerung bereits zur Folge, ein Ende ist nicht abzusehen. Nicht nebenbei hat die türkische Demokratie schweren Schaden genommen und die Türkei ist auf dem Weg in ein autoritäres, präfaschistisches Regime.

Am 1. und 2. Februar haben Kurdinnen und Kurden in ganz Deutschland mit Aktionen auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht. Auch in Erfurt wurde für Frieden in Kurdistan, ein Ende des PKK-Verbots und die Wiederaufnahme politischer Verhandlungen demonstriert. Am Mittwoch führte der lange Weg der kurdischen Demonstration vom Zoo bis auf den Anger, am Donnerstag von Melchendorf bis zum Landtag. Auf der anschließenden Kundgebung vor dem Thüringer Landtag versicherte der Stadtvorsitzende der LINKEN Steffen Kachel den Demo-Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass viele Menschen in ganz Europa die Entwicklung in der Türkei mit Sorge beobachten und den Anspruch der Kurden auf freie kulturelle Entwicklung und Autonomie innerhalb der Türkei für vollkommen berechtigt halten. Nicht nur die Partei DIE LINKE, auch viele andere Menschen in Deutschland stehen solidarisch an ihrer Seite. Die Europäische Union müsse massiven Druck ausüben, damit das türkische Regime zum Weg der Verhandlungen zurückkehrt, die Tötung unschuldiger Zivilisten eingestellt wird und die demokratischen Grundrechte aller Menschen in der Türkei wieder geachtet werden.