28. Juni 2017

Ehe für alle muss endlich möglich werden

Angesichts der von CDU-Bundestagsabgeordneten aus Thüringen medial geäußerten Skepsis zur Ehe für alle und den neuesten Entwicklungen auf Bundesebene erklärt Karola Stange, Sprecherin für Gleichstellungspolitik der Linksfraktion: „Diese besonders konservative Ausrichtung von Thüringer CDU-Abgeordneten ist nicht nur gesellschaftspolitisch problematisch, sondern zeigt auch, dass sie die Anforderungen der Thüringer Landesverfassung nicht respektieren.“

In der Landesverfassung ist ein Diskriminierungsverbot bezogen auf die sexuelle Orientierung festgeschrieben. Das heißt, alle Formen des Zusammenlebens müssen gleichbehandelt werden und haben das Recht auf gleiche gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb setzte sich die PDS bzw. DIE LINKE in Thüringen schon von Anfang an für eine Öffnung der Ehe für alle ein.

„Die genannten skeptischen CDU-Bundestagsabgeordneten sollten sich vergegenwärtigen, dass der Ehebegriff des Grundgesetzes ein modernes zivilgesellschaftliches und laizistisches Modell ist, so wie es durch die Revolution von 1789 in Frankreich entwickelt wurde. Danach ist die Ehe in diesem Sinne eine zivilrechtliche Personenstandsangelegenheit, die vor dem Standesamt geschlossen wird. Sie ist von der kirchlichen Zeremonie der Ehe zu unterscheiden. Der staatliche Gesetzgeber kann daher eigenständig entscheiden, für welche Formen des Zusammenlebens er die Zivilehe öffnet. Daher ist es höchste Zeit, die Ehe für alle zu beschließen. Dazu gehört auch, gleichgeschlechtlichen Partnern das volle Adoptionsrecht zu geben“, so Stange.