29. Juni 2017

Kritik am Prostituiertenschutzgesetz

Am 1. Juli tritt das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft. Das Gesetz bringt einige Neuerungen für SexarbeiterInnen und BetreiberInnen, die auf einen besseren Schutz von Frauen und Männern in der Prostitution abzielen sollen. Betroffenenverbände sehen die neuen Regelungen allerdings skeptisch, SexarbeiterInnen fühlen sich in ihren Persönlichkeitsrechten beschnitten. „Zudem kommt, dass bis heute nichts geregelt und die Verunsicherung weiterhin groß ist“, sagt Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. In Thüringen gab es nach offiziellen Schätzungen 2016 circa 500 Prostituierte an etwa 200 Orten, die Dunkelziffer dürfte allerdings weitaus höher liegen.

„Wir sehen die Regelungen des neuen Gesetzes mit großer Skepsis. Beispielsweise ist vollkommen unklar, an welche Einrichtung sich SexarbeiterInnen zur Beratung wenden können, wie die Kondompflicht sichergestellt wird und wie Zwangsprostitution verhindert werden kann und Frauen beim Ausstieg unterstützt werden können? Diese und andere Fragen brauchen Ideen, Konzepte und Mindeststandards“, sagt Karola Stange, die eine Kleine Anfrage zu verschiedenen Themenkomplexen einreichen wird.