16. Mai 2014 Matthias Bärwolff

Sozialtour durch Erfurt

„Wir wollen einen Eindruck davon bekommen, welche sozialen Probleme es in Erfurt gibt und welche Erwartungen Einrichtungen und Träger an den neuen Stadtrat haben“ so Matthias Bärwolff, der DIE LINKE-Stadtratsliste anführt am Rande der Sozialtour.

Zunächst führte die erste Station zur Talisa, zur Thüringer Arbeitsloseninitiative-Soziale Arbeit. Dort informierte Herr Gössing über aktuelle Angebote der Talisa und die Struktur seiner Einrichtung. Im Gespräch mit den Kandidaten der LINKEN ging es unter anderem auch über Perspektiven öffentlich geförderter Beschäftigung. Trotz gesunkener Arbeitslosenzahlen sind weiterhin rund 18.000 Personen in Erfurt erwerbslos. Ihnen Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen sei Aufgabe kommunaler Wirtschaftspolitik, sagt Matthias Bärwolff. Karola Stange ergänzte dazu, dass das Projekt „Arbeit für Erfurt“ gezeigt hat, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Solche Projekte müssen in Zukunft wieder diskutiert werden.

Nach dem Gespräch bei der Talisa ging es weiter in die Magdeburger Allee zu KiK e.V. Kontakt in Krisen unterhält u.a. eine Schuldnerberatung. Birgit Vogt, die den Verein als Geschäftsführerin leitet stellte den Gästen der LINKEN zunächst ihre Einrichtung mit den verschiedenen Bereichen vor. Dabei überreichte sie auch die druckfrische Ausgabe der Straßenzeitung „Die Brücke“ hat sie zur Lektüre. Größtes Problem aus Sicht der Schuldnerberatung in Erfurt sind Miet- und Stromschulden. „Diese können sich noch Jahre später bemerkbar machen, wenn der Betroffene schon gar nicht mehr damit rechnet. Das zeiht dann natürlich Probleme nach sich.“ so Birgit Vogt. Insbesondere die Verrechnung von Darlehen mit dem Regelsatz nach SGB II, bspw. für eine Mietkaution stellen für Betroffene große Hürden dar. Gerade wenn es um eine neue Wohnung geht, lässt die Kowo nur selten bei Mietschulden mit sich reden. Allerdings gibt es auch Lichtblicke. „Die Wohnungsgesellschaften müssten ohne unsere Schuldnerberatung auf wesentlich mehr Mieten verzichten.“ so Frau Vogt weiter, die damit den Nutzen der Schuldnerberatung unterstreicht. Karola Stange, die dem Aufsichtsrat der Kowo vorsitzt, sagte „das Schuldenmanagment hilft sowohl den Betroffenen, ihre wirtschaftliche Selbständigkeit zu bewahren, als auch der Wohnungswirtschaft.“

Nach dem Kik e.V. ging es weiter zum Kreativ- und Abenteuerspielplatz KASPER in die Vollbrachtstraße. Dort gab es eine kleine Führung durch einen Wildwuchs aus Hütten, Spielgeräten und vielen Bäumen. „Auf diesem Spielplatz dürfen Kinder noch ganz Kinder sein, sie dürfen Feuer machen, im Schlamm spielen, Hütten bauen und abreißen und können sich in traditionellen Handwerksberufen üben.“ so Michael Frank, Vorsitzender von Domino e.V., Träger des Abenteuerspielplatzes. Rund 40 Kinder kommen täglich auf den Platz, vormittags gibt es Angebote für Grundschulen, die hier Handwerksberufe erkunden, sich ausprobieren und auch die beiden Esel sehen wollen. Das zu all dem auch Personal gehört weiß auch Matthias Bärwolff, der seit 2004 im Jugendhilfeausschuss der Stadt sitzt. „Für DIE LINKE ist der Erhalt des Jugendförderplan und damit auch der Stellen für den Kasper eine gesetzte Priortät. Wir wollen Angebote für Kinder und Jugendliche stärken und verstetigen, sodass auch Sozialarbeiter und Träger eine Perspektive haben.“ so Matthias Bärwolff abschließend.