Das Erfurter Friedensbündnis und Freunde lädt zu einer großen, stillen Gedenkaktion auf den Theaterplatz ein. In Form einer Friedenstaube werden Bürgerinnen und Bürger eine Menschenkette bilden und Namenslisten mit den Zehntausenden Opfern des beispiellosen Blutvergießens in und um Gaza hochhalten. Die Aktion erinnert sowohl an die palästinensischen Zivilisten, die seit Beginn der Angriffe ums Leben getötet wurden, als auch an die israelischen Opfer des Überfalls vom 7. Oktober 2023.
Die Idee geht auf eine Initiative aus Nijmegen (NL) zurück, wo der Buchhändler der Erfurter Krämerbrücke, Bernhard Schmidtmann, bereits an der Aktion „Zeugen von Gaza" teilnahm. „Wenn wir die Namen sehen und hören, entziehen wir uns dem Reflex der Verdrängung – wir erkennen die Menschen hinter der Zahl", sagt Schmidtmann. „Wir stehen nicht als politische Gegner da, sondern als Zeugen menschlichen Leids."
Drei Tage des Hörens – Verlesen der Kindernamen
Als Vorbereitung auf die Menschenkette finden vom 5.–7. November, jeweils von 16:00–19:00 Uhr, am Angerdreieck öffentliche Lesungen der Namen der getöteten Kinder statt. Nahezu hundert Freiwillige haben die mehr als 20.000 Namen als Audiodateien eingesprochen. Diese Geste schafft Raum für Trauer, Würde und Anteilnahme – im Bewusstsein, dass ein Ende des Leidens noch immer nicht erreicht ist.
Symbolische Handlung – kollektives Mitgefühl
Das Erfurter Friedensbündnis und Freunde versteht die Aktion ausdrücklich als zivilgesellschaftliches, interreligiös offenes Gedenken. Die Veranstaltenden wollen an die Menschlichkeit erinnern, wenn Zahlen abstumpfen und geopolitische Lagerbildung Empathie verdrängt. Im Anschluss an die Menschenkette soll für mehrere Tage eine Kondolenzmappe mit den Namen der Opfer zur Einsicht in einer Erfurter Kirche ausgelegt werden.
Warum diese Aktion jetzt?
Die Veranstaltenden betonen:
- Zivile Opfer dürfen nicht zu „Kollateralschäden" herabgestuft werden.
- Menschenwürde gilt universell.
- Gedenken ist kein parteipolitischer Akt, sondern Ausdruck von Menschlichkeit.
Zugleich verbinden sie das Erinnern mit einem friedensorientierten Appell: der Schutz des Lebens, die Versorgung der Bevölkerung und eine Perspektive jenseits der Gewalt müssen wieder möglich werden. Die Aktion steht damit auch für das Ziel einer friedlichen Koexistenz auf Grundlage von Menschenrechten und Völkerrecht.
Im Erfurter Friedensbündnis gibt es kein Platz für Antisemitismus.
Veranstaltungsort: Theatervorplatz
Theaterplatz
50.9750410498792, 11.018279232383913
99084 Erfurt

