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Ehrung Willi Münzenberg

Ort: Erfurt, Geburtshaus Münzenberg
Veranstalter: Die Linke Erfurt

Die Partei die Linke Erfurt lädt ein, an den kommunistischen Organisator und "roten Medienmacher" Willi Münzenberg zu erinnern. Das Erinnern findet an der Gedenktafel statt, die am Standort seines Geburtshauses in der Augustinerstraße auf Initiative des Freundeskreis "Willi Münzenberg" aus der Erfurt Kulturszene angebracht wurde. Darauf wird seinem Kampf gegen Hitler und Stalin gedacht. Am 14. August jährt sich Münzenbergs Geburtstag zum 137. mal. 

Willi Münzenberg (1889–1940) war ein einflussreicher deutscher kommunistischer Politiker, Verleger und Filmproduzent in der Weimarer Republik. Geboren und aufgewachsen ist er in Erfurt. Von hier aus ging es für ihn in die Welt. Für die kommunistische Bewegung baute er das zweitgrößte Mediennetzwerk der Weimarer Republik auf zu dem u.a. die Arbeiter Illustrierte Zeitung, der Eulenspiegel und Filmgesellschaften gehörten. Über das kommunistische Spektrum hinaus arbeitete er mit vielen Intellektuellen wie etwa Albert Einstein oder Thomas Mann und im Exil nach 1933 etwa auch mit H.G. Wells oder Aldous Huxley zusammen. 

Neben der Medientätigkeit organisierte er im Auftrag Lenins mit der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) eine Hilfsorganisation für die Sowjetunion und später weltweiten linken Bewegungen. U.a. mit der Liga gegen Imperialismus war er an der Organisation kolonialer Befreiung beteiligt und versammelte auf deren Brüsseler Kongress u.a. Jawaharlal Nehru, der spätere erste Ministerpräsident Indiens, Mohammad Hatta, später Vizepräsident und Ministerpräsident von Indonesien, George Landsbury, stellvertretender Vorsitzender der britischen Labour Party und Edo Fimmen, Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiterföderation.

1933 musste Münzenberg vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ins Exil fliehen. In Paris arbeitete er weiter am publizistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er überwarf sich mit Stalin, kritisierte diesen offen und trat - einem Ausschluss vorgreifend - aus der KPD aus. In Paris gründete er danach als freiheitlicher Sozialist 1938 die Wochenzeitung „Die Zukunft", die eine europäische Agenda verfolgte. Er starb 1940 unter ungeklärten Umständen auf der Flucht vor der Wehrmacht in Südfrankreich. Neue Untersuchungen sprechen für ein Fremdverschulden; seine Frau Babette Gross hatte stets den sowjetischen Geheimdienst in Verdacht.

An diese vielfältigen Aspekte Münzenbergs wollen wir am 14. August erinnern und ihn stärker ins Erfurter historische Gedächtnis präsent machen. Dass er bisher in der offiziellen Stadtgeschichte übersehen wird, ist ein großes Versäumnis der lokalen Geschichtspolitik.

Veranstaltungsort: Geburtshaus Münzenberg

Augustinerstraße 31
99084 Erfurt

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