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            <title>Die Linke Stadtverband Erfurt: RSS-Feed</title>
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            <copyright>Die Linke Stadtverband Erfurt</copyright>
            
            <pubDate>Mon, 17 Aug 2026 23:57:15 +0200</pubDate>
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                <guid isPermaLink="false">news-26493</guid>
                <pubDate>Fri, 25 Nov 2016 12:17:00 +0100</pubDate>
                <title>Mobil auch ohne Auto - großes Interesse am Thema Mobilität</title>
                <link></link>
                <author>Matthias Bärwolff</author>
                <description>Presseerklärung von Matthias Bärwolff, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE. im Stadtrat Erfurt, zur Diskussion über das Thema Mobilität mit Allan Alaküla, Dr. Klaus Sühl (TMIL), Myriam Berg (EVAG) und Prof. Dr. Nikolai Roskamm (FHE)</description>
                <content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Auf der Suche nach der Stadt von morgen lud die Stadtratsfraktion der Linken ins Nerly ein. Das Interesse am Thema war so groß, dass der Saal des Nerly bis auf den letzten Platz gefüllt war und mancher Gast gar keinen Platz mehr fand.
</p>
<p>DIE LINKE lud Allan Alaküla aus Tallinn nach Erfurt ein, der das Modell des Nahverkehrs ohne Fahrschein erläuterte. Ein Modell auch für Erfurt? „Tallinn hat den freien Nahverkehr in einer wirtschaftlichen Krise eingeführt, das Einkommen der Bevölkerung war so niedrig, die Arbeitslosigkeit so hoch, dass sich kaum jemand die stetig steigenden Ticketpreise leisten konnte. Für die Stadt war klar, Mobilität ist ein soziales Grundrecht. Sie ist ein wichtiger Schlüssel um den Einwohnern den Zugang zu sozialen Einrichtungen zu ermöglichen.“ fasst Allan Alaküla die Beweggründe der Stadt zusammen. Allan Alaküla leitet die Vertretung Tallinns bei der EU und stellte die Entwicklungen in der Stadt seit der Einführung des freien Nahverkehrs den rund 150 Gästen vor.
</p>
<p>Im Anschluss diskutierten Myriam Berg (Vorstand EVAG), Prof. Nikolai Roskamm (FH-Erfurt) und Dr. Klaus Sühl (Staatssekretär Infrastrukturministerium) über die hiesigen Perspektiven und Probleme der Mobilität. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Fraktionsvorsitzenden Matthias Bärwolff, der sowohl die Diskussion leitete und als Chef des Verkehrsausschusses täglich mit Konflikten zum Thema Verkehr konfrontiert ist. „Verkehr ist ein Thema und die Beteiligung bei dieser Veranstaltung zeigt, dass es Diskussionsbedarf gibt. Ein Umdenken in Bezug aufs Auto ist nötig, gibt es doch Megatrends, die auch vor Erfurt nicht Halt machen: immer mehr Menschen leben in Städten, Nutzen statt Besitzen ist heute angesagt und auch in wirtschaftlicher Hinsicht gibt es Handlungsbedarf. Denn Wohlstand und Einkommenszuwächse kommen nicht bei allen Menschen gleichermaßen an.“ so Bärwolff weiter.
</p>
<p>Die Linke wird sich weiter in die Diskussion um die Verkehrsentwicklung in Erfurt einbringen, Handlungsbedarf besteht akut beim Erhalt des Sozialtickets und beim Ausbau der Radwegenetzes. „Den Umweltverbund stärken, Fuß- und Radverkehr, ebenso wie Bus und Bahn, dass ist die Richtschnur für weitere Initiativen unserer Fraktion zum Thema“.</p>]]></content:encoded>
                <category>Stadtratsmitglied Matthias Bärwolff</category><category>Bau und Verkehr</category><category>Finanzen</category><category>ÖPNV</category><category>Soziales</category><category>Umwelt</category><category>Wirtschaft</category>
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            <item>
                <guid isPermaLink="false">news-26122</guid>
                <pubDate>Fri, 28 Oct 2016 15:47:00 +0200</pubDate>
                <title>Soziale Mobilität für eine soziale Stadt</title>
                <link></link>
                <author>Matthias Bärwolff</author>
                <description>Verkehr ist eines der beherrschenden Themen. Selten aber wird Mobilität aus einer sozialen Perspektive betrachtet, dabei ist Mobilität immer auch eine soziale Frage. Jede und jeder ist mobil und auf Mobilität angewiesen. Ein Text von Matthias Bärwolff zu Verkehr im Allgemeinen, dem immer noch viel zu oft gelebtem Vorrang des PKW&#039;s und der Wichtigkeit des sozialen Nahverkehrs als Rückgrat für die Verkehrswende.</description>
                <content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Fahrerlose Google-Cars, Sozialticket, ICE-Neubaustrecken, Radwegekonzepte, Straßenumbau, VMT, Straßenausbau, Bundesverkehrswegeplan, insolvente Nahverkehrsbetriebe, Parkraummangel und und und. Verkehr ist eines der beherrschenden Themen. Selten aber wird Mobilität aus einer sozialen Perspektive betrachtet, dabei ist Mobilität doch immer auch eine soziale Frage.</p>
<p class="MsoNormal">Jede und jeder von uns ist mobil und auf Mobilität angewiesen. Täglich überwinden wir Wege von einem Ort zum anderen. Wer dabei wie oft, wie schnell und mit welchem Verkehrsmittel unterwegs ist, ist eine Frage des Geldbeutels, der Notwendigkeiten, aber auch der Vorlieben, Lebensweisen und Bequemlichkeit. Bei alledem spielt auch eine Rolle, dass sich unser Mobilitätsverhalten stetig wandelt und von technischen Entwicklungen beeinflusst werden. Mobilität prägt unsere Städte. </p>
<p class="MsoNormal">Unsere Mobilität hängt im Wesentlichen von Erdöl ab. Kerosin für Flugzeuge, Diesel für Schiffe, Lkw und Busse und Benzin für Pkw. Der Verkehr ist für etwa 24% des Primärenergieverbrauchs in Deutschland (Umweltbundesamt 2013) verantwortlich und damit auch für einen entsprechenden CO²-Ausstoß. Schwindende Ressourcen und damit zusammenhängende Energiepreise, Umweltfolgekosten und die Klimaziele stellen uns vor die Frage, ob wir so weitermachen wollen oder ob eine soziale und ökologische Verkehrswende nicht zu besserer Mobilität verhelfen kann. Um diese Frage zu beantworten muss geklärt werden, was eigentlich falsch läuft. Unsere Verkehrssysteme sind unglaublich teuer und damit sozial sehr ungerecht und zudem umweltschädlich. Man denke nur an die Milliarden-Projekte für schnelle Verkehrsmittel, wie Flughafenausbau oder die ICE-Neubaustrecke von Berlin nach München. Hier werden Milliarden investiert, aber in der Fläche, wo Menschen täglich auf öffentliche Mobilität angewiesen sind, mangelt es überall an Geld. Geschuldet ist diese Misere dem höher, schneller, weiter. Wir müssen immer schnell irgendwohin und meist nicht, wenn gerade der Bus kommt, sondern zu höchst unterschiedlichen Zeiten. Diese Flexibilität wird von uns allen stets gefordert. Kitaöffnungszeiten, Gleitzeit, Pendeln. All das ist häufig Realität, genauso wie der Wohnortwechsel zu neuen Arbeitsorten in anderen Teilen des Landes. Hinzukommt, dass mit dem Auto eine Ikone der Freiheit und der Ingenieurskunst geschaffen wurde. Das eigene Auto ist wichtiger Bestand vieler persönlicher Lebensentwürfe und gehört für die allermeisten Familien selbstverständlich dazu.</p>
<p class="MsoNormal">So notwendig das Auto für viele ist, ist es doch aber in vielen Fällen ein Ärgernis. Jeder, der im Auto unterwegs ist kennt es, wenn der Vordermann zum Hindernis wird, wenn ein Radfahrer ewig vor einem her radelt oder der Bus nicht überholt werden kann. Man wird ärgerlich und ja, auch ein bisschen unsozial. Wenn dann noch nahezu alle Autobesitzer ihre persönliche Freiheit Auto zu fahren in Anspruch nehmen, dann gibt es eben Stau. Wenn immer mehr Menschen ein Auto besitzen, dann gibt es Parkraummangel in den verschiedenen Wohnquartieren und weniger Grünflächen in der Stadt, da alles für neue Parkplätze betoniert wird. Das Fahrzeug ist meist ein „Stehzeug“. Bis zu 23 Stunden am Tag steht es unbewegt herum. Dazu kommen die Umweltschäden, die durch Lärmaktionspläne und Umweltzonen reduziert werden sollen. Auch die Stadtentwicklung nimmt vor allem auf die Bedürfnisse von Autofahrern Rücksicht.</p>
<p class="MsoNormal">Stellt sich die Frage, ob wir unser Verkehrssystem nicht besser organisieren können. Millionen Fahrgäste zeigen es, mit dem öffentlichen Nahverkehr kann man sicher, preiswert und ökologisch mobil sein. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist eine Leistung der Daseinsvorsorge und somit von besonderem öffentlichen Interesse. Für eine Verkehrswende ist der Nahverkehr das starke Rückgrat! Wie kann aber der ÖPNV so attraktiv gemacht werden, dass er sowohl für diejenigen bezahlbar ist, die mit kleinen Einkommen auf preiswerte Mobilität angewiesen sind, aber auch für diejenigen attraktiv wird, die bisher das Auto nutzen? </p>
<p class="MsoNormal">Ein Vorschlag ist den ÖPNV gänzlich vom Fahrschein zu befreien und so offen zu gestalten, dass eine Mitfahrt genau selbstverständlich ist, wie die Fahrt mit dem Auto. Fahrscheinfreier Nahverkehr? Genau. In vielen Städten und Gemeinden rund um den Globus ist das eine Antwort auf den täglichen Verkehrskollaps und Staus oder den Kampf für mehr öffentliche Räume oder steigende Preise für Mobilität. </p>
<p class="MsoNormal">Der ÖPNV wird von vielen Seiten gefördert und bezuschusst. Dennoch ist er nicht für alle offen und nutzbar. Der Fahrschein stellt immer wieder eine Hürde dar, an der viele Menschen zurück schrecken. Zum einen der Preis: Mit einer kleinen Rente, einem Teilzeitjob oder vom Lehrgeld ist eine Monatskarte eine teure Angelegenheit. Ein anderer Aspekt, der seit der Liberalisierung und Privatisierung des ÖPNV Einzug gehalten hat, ist das Tarifgewirr. Verkehrsverbünde, städtischer Nahverkehr, Nahverkehr im Landkreis, Privatbahnen, etc. An manchem Bahnhof in Thüringen stehen schon heute drei verschiedenen Fahrkartenautomaten.</p>
<p class="MsoNormal">Dennoch steht in allen möglichen Positionspapieren und Beschlüssen die Förderung des ÖPNV, die Stärkung des sogenannten Umweltverbundes, also der ökologischen Verkehrsmittel. </p>
<p class="MsoNormal">Die Modelle des fahrscheinfreien Nahverkehrs sind deshalb so interessant, weil sie gleich mehrere Hürden für die Fahrgäste niederreißen. Allen Modellen gleich ist die Nutzung des ÖPNV ohne einen besonderen Fahrschein. In der Ausgestaltung und Finanzierung unterscheiden sich die jeweiligen Modelle dennoch erheblich, denn eines ist sicher: der Betrieb des Nahverkehrs wird auch künftig Geld kosten. </p>
<p class="MsoNormal">Die einfachste Regelung zum fahrscheinfreien Nahverkehr wird bspw. im rumänischen Timisoara verfolgt. Dort erzielte der ÖPNV so geringe Einnahmen, dass die Stadt neben den langjährigen Zuschüssen nun auch die restlichen ÖPNV-Kosten komplett aus dem Haushalt bezahlt. Seitdem sind zumindest die Fahrgastzahlen massiv angestiegen und der ÖPNV ist in der Stadt die Alternative zum Auto. Besonders Städte und Gemeinden, die große Finanzielle Probleme haben und deren Bevölkerung unter hohen Lebenshaltungskosten oder geringen Einkommen zu leiden haben, setzen auf diese pragmatische Lösung, um der Bevölkerung ein Mindestmaß an Mobilität zu gewährleisten.</p>
<p class="MsoNormal">In der estnischen Hauptstadt Tallinn wird der ÖPNV ebenfalls komplett von der Stadt aus Steuermitteln finanziert. Berechtigt ist jeder Einwohner der Stadt, der in Tallinn gemeldet ist. Mit der Einführung 2013 ist die Einwohnerzahl Tallinns massiv angestiegen und die erhöhten Zuschüsse pro Kopf haben Tallinn Mehreinnahmen in Millionenhöhe eingebracht, die über die Gesamtkosten des fahrscheinfreien Nahverkehrs weit hinausgehen. Zudem hat Tallinn mit der Kampagne für einen fahrscheinfreien Nahverkehr für erhebliches Aufsehen und internationales Interesse gesorgt. </p>
<p class="MsoNormal">Im chinesischen Chengdu, einer Stadt mit 14 Millionen Einwohnern, wird innerhalb des 5. Stadtrings in den Spitzenstunden auf ein Ticket verzichtet, um den Verkehrsbelastungen und Umweltfolgen Herr zu werden. Die Kosten für den ÖPNV werden auch hier aus dem städtischen Haushalt bestritten. Dies hatte sogar positive Effekte auf die Wirtschaftsleistung der Stadt.</p>
<p class="MsoNormal">Da aber nur wenige Städte in Deutschland die finanziellen Möglichkeiten haben, den ÖPNV aus Steuermitteln zu bezahlen, sind andere Finanzierungsquellen gefragt. Eine Quelle zur Finanzierung sind Solidarmodelle. </p>
<p class="MsoNormal">Diese sind vielfach erprobt und weit verbreitet. Das bekannteste Solidarmodell ist sicherlich das Semesterticket, das Millionen Studierende mit der Einschreibung an einer Hochschule kaufen müssen, unabhängig davon, ob sie die Angebote des Nahverkehrs nutzen oder nicht. Auch mit Theaterkarten, Konzert- oder Fußballtickets ist meist eine Nutzungsberechtigung für den ÖPNV verbunden, ganz unabhängig davon, ob die Anreise mit dem ÖPNV erfolgt oder nicht. Auch im Tourismus sind solche Modelle bekannt. So gibt es seit Jahren die KONUS-Kurkarte im Schwarzwald, die zu unbegrenzten Fahrten berechtigt. Was hierbei auffällt ist allerdings: Solidarische Ticketsysteme gibt es bislang nur für verschiedene Nutzergruppen und Sparten, also Studierende, Theaterbesucher, Fußballfans. Nur wenige Modelle greifen auf die Gesamtstadt zurück. Das aber ist auch möglich. Denn so wie eben alle Besucher eines Fußballspiels eine ÖPNV-Fahrt mit dem Ticket kaufen müssen, kann man den ÖPNV auch durch die Gesamtheit der Einwohnerinnen und Einwohner und Gäste finanzieren. </p>
<p class="MsoNormal">Dabei geht es aber auch nur um den Teil der Einnahmen eines ÖPNV-Betriebes, der durch die Fahrscheinverkäufe erlöst wird. Denn an den Zuschüssen von Bund, Ländern und Stadtwerken ändert sich zunächst nichts. </p>
<p class="MsoNormal">Auch dieses Prinzip der Nahverkehrsabgabe ist nicht neu in Deutschland. Aus angrenzenden Bereichen, wie der Müllbeseitigung oder der Wasserver- und Abwasserentsorgung kennt man solche Abgaben. Eine Pflicht zur Abgabe entsteht dann, wenn die Möglichkeit der Nutzung gegeben ist. Entscheidend ist also nicht, wie oft man mit dem ÖPNV fährt oder wohin, sondern, die Tatsache, dass man ihn nutzen könnte (Difu-Paper). Beim Wasser hat sich die Gesellschaft dazu verständigt, dass es sinnvoller ist, dies gemeinschaftlich zu organisieren und alle an den Kosten zu beteiligen, als wenn jeder Einzelne von uns sich einen Brunnen bohrt und sich selbst ums Wasser kümmert. Wasser ist ein anerkannter Bereich der Daseinsvorsorge und niemand bestreitet, dass auf diesem Wege die Finanzierung ebenso wie die Qualität nachhaltig gesichert wird. Dasselbe trifft auch auf den Nahverkehr zu. Hier werden alle Einwohnerinnen und Einwohner zur Abgabe herangezogen. Denn nicht nur diejenigen sollen zahlen, die den ÖPNV aktiv nutzen, sondern auch diejenigen, die ihn nicht nutzen und dennoch davon profitieren. </p>
<p class="MsoNormal">Ist das nicht ungerecht? Nein. Denn auch Pkw-Fahrerinnen und –fahrer profitieren vom ÖPNV. Würden all die Fahrgäste des ÖPNV das Auto nutzen, wären noch mehr Staus die Folge, ebenso wie größere Umweltschäden. Die Parkplatznot würde ebenso verstärkt. Auch profitieren Pkw-Fahrerinnen und -fahrer vom ÖPNV, weil dieser stets als Alternative zur Verfügung steht. Sollte das Auto eine Panne haben, verhindert schlechtes Wetter die Fahrt oder stehen gesundheitliche Probleme der Fahrt im Wege, so wird mit dem öffentlichen Verkehr eine Alternative für jedermann vorgehalten. Das gilt auch für diejenigen, deren Führerscheine wegen Geschwindigkeitsübertretung eingezogen wurden.</p>
<p class="MsoNormal">Mit der Einführung einer Nahverkehrsabgabe geht ein „Anschluss- und Benutzungszwang“ einher. Der Abfall wird vom Müllwagen in jeder Adresse abgeholt und jeder ist verpflichtet, seinen Müll dem Entsorgungssystem zuzuführen. Auf den Nahverkehr übertragen heißt das: Der Nahverkehr muss so ausgebaut werden, dass ein angemessenes Angebot für die verschiedensten Orte vorgehalten wird. Der Bus also auch auf´s Dorf fährt und das auch nachts. Der Nahverkehr muss erreichbar und barrierefrei nutzbar sein. Aber das heißt auch: wir erwarten, dass der ÖPNV die erste Wahl ist, wenn es um Mobilität geht. Wer dennoch mit dem Auto fahren will, soll das tun, aber wir als Stadtgesellschaft sind nicht mehr gewillt Parkplätze, Straßen, Brücken, etc. im heutigen Ausmaß auch zukünftig zu finanzieren. Einfach weil der motorisierte Individualverkehr, unsozial, umweltschädlich und wirtschaftlich betrachtet, teuer ist. Trotzdem müssen sich alle an der Finanzierung beteiligen. So wie das Auto heute für viele Menschen das selbstverständliche Fortbewegungsmittel ist, muss der ÖPNV in Zukunft die erste Wahl sein. </p>
<p class="MsoNormal">Auch können Nutznießer zur Finanzierung des ÖPNV einbezogen werden. Nutznießer sind diejenigen, die einen Nutzen daraus ziehen, dass ihre Arbeitsorte, oder ihre Betriebsstätten mit dem ÖPNV erschlossen sind. Man spricht vom sog. „Erschließungsvorteil“, also die Einkaufspassage in der Innenstadt, die vom ÖPNV tausende Kunden vor die Tür geliefert bekommt oder die Anwaltskanzlei, die auf den Bau von Parkplätzen verzichten kann, weil die Straßenbahnhaltestelle nur 50m weit entfernt ist. In Frankreich, aber auch in Wien werden über die Versement Transporté, bzw. die Dienstgeberabgabe die Arbeitgeber, abhängig von der Zahl der Beschäftigten, zur Finanzierung des Nahverkehrs herangezogen. Diese Mittel fließen in Wien in den Ausbau der U-Bahnen, in Frankreich wurden diese Mittel z.B. in der Region Aubagne, für den fahrscheinfreien Nahverkehr eingesetzt. </p>
<p class="MsoNormal">Was daraus folgt: Der öffentliche Nahverkehr muss ausgebaut werden. Größere Netze, mehr Fahrzeuge und mehr Kilometerleistungen auf der einen Seite. Mehr Beschäftigung und stabile Finanzen auf der anderen Seite. Hinzu kommt die Entlastung der Innenstädte und der Wohnquartiere vom Parksuchverkehr, sowie eine Entspannung der Parkplatznot in vielen Quartieren. Genauso wie sich unser Ernährungsverhalten oder andere Lebenseinstellungen gewandet haben, wird sich auch unsere Erwartung an Mobilität verändern. In den einschlägigen Studien, wie dem SrV, einer Erhebung zur Verkehrsmittelwahl von Verkehrshochschule Dresden, die seit 1976 erhoben wird, zeigt, dass sich der Anteil des Radverkehr in Erfurt und Jena erhöht. 1992 lag dessen Anteil bei 2% heute sind wir bei 11% angekommen. Car-sharing breitet sich als Alternative zum eigenen Auto immer weiter aus und immer mehr Menschen, möchten ein Auto einfach nur dann nutzen, wenn sie es brauchen, ohne es besitzen zu müssen. Dieser Wandel im Mobilitätsverhalten kommt einer Verkehrswende gleich. Das eigene Auto tritt zurück und verliert über kurz oder lang an Stellenwert. Dem gegenüber steht der Ausbau des Umweltverbundes, also des Fuß- und Radverkehrs und des Nahverkehrs, der allen zugänglich sein muss, egal, wo sie wohnen und wann sie fahren wollen, egal wie alt sie sind und egal, wie hoch ihr Einkommen ist. Dieser Nahverkehr ist mit ihrem Smartphone vernetzt und sie erfahren unkompliziert, wie sie am besten zu ihrem Ziel gelangen. Der ÖPNV muss auch verzahnt werden mit der Bahn und es muss Anknüpfungspunkte zum Radverkehr haben. Die Fahrt auf Arbeit kann zu einem Teil mit dem Rad und zu einem weiteren mit dem ÖPNV zurückgelegt werden. Und auch die Verknüpfung mit der innerstädtischen Parkraumbewirtschaftung kann ein wirksames Instrument sein, um den Pkw-Verkehr gezielt zu lenken, etwa auf P+R-Plätze. </p>
<p>Der fahrscheinfreie Nahverkehr ist ein Bekenntnis zu öffentlicher Daseinsvorsorge und mehr Lebensqualität in der Stadt. Er macht das eigene Auto verzichtbar, er lädt ein, umzudenken und umzusteigen.</p>]]></content:encoded>
                <category>Stadtratsmitglied Matthias Bärwolff</category><category>ÖPNV</category><category>Soziales</category><category>Umwelt</category><category>Wirtschaft</category>
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            <item>
                <guid isPermaLink="false">news-26048</guid>
                <pubDate>Wed, 19 Oct 2016 16:02:00 +0200</pubDate>
                <title>LINKE macht sich stark für Jobticket</title>
                <link></link>
                <author>Matthias Bärwolff</author>
                <description>Auf dem Weg zu einem besseren ÖPNV und einer lebenswerteren Innenstadt, kann das Jobticket seinen Beitrag leisten. Folgerichtig hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 21. September einen Antrag unserer Fraktion dazu beschlossen.</description>
                <content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">DIE LINKE hat sich in der Haushaltsdebatte für die Ausweitung des Jobtickets eingesetzt. Der Stadtrat hatte am 21. September 2016 einen Haushaltsbegleitantrag der LINKEN angenommen, mit dem der Oberbürgermeister aufgefordert wird, sich für bessere Konditionen des Jobtickets einzusetzen. Zunächst soll die Verwaltung mit gutem Beispiel voran gehen und Mitarbeiterparkplätze nicht mehr kostenlos genutzt werden, sondern künftig gegen Gebühren. Die Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung sollen dann zur Finanzierung des Jobtickets herangezogen werden! Die Vorteile liegen auf der Hand: zum einen gewinnen die Erfurter Verkehrsbetriebe neue Kunden, die den ÖPNV regelmäßig nutzen und dadurch zu einer besseren Auslastung beitragen, zum anderen lassen mehr Menschen ihr Auto stehen, was den täglichen Stau in Erfurt reduziert. Wertvoller Parkraum wird also für die freigemacht, die unbedingt mit dem Auto kommen wollen. </p>
<p>DIE LINKE kämpft seit einiger Zeit für einen besseren ÖPNV und eine lebenswerte Innenstadt, in der das Auto der Vergangenheit angehören soll. Wir als LINKE wollen daran erinnern, dass das Auto für die Stadtgesellschaft, aber auch individuell ein sehr teures Verkehrsmittel ist, mit dem wir als Stadt die größten Probleme haben. Soziale Mobilität bedeutet für uns deshalb konsequent auf den Umweltverbund zu setzen, d.h. Fuß- und Radverkehr, sowie den öffentlichen Personennahverkehr zu fördern und den Umbau von Straßen und Kreuzungen genau unter diesen Aspekten betrachten.</p>]]></content:encoded>
                <category>Anträge</category><category>Stadtratsmitglied Matthias Bärwolff</category><category>ÖPNV</category><category>Arbeitsmarkt</category>
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            <item>
                <guid isPermaLink="false">news-25387</guid>
                <pubDate>Thu, 25 Aug 2016 16:28:00 +0200</pubDate>
                <title>Wie steht es um das Sozialticket?</title>
                <link></link>
                <author>Matthias Bärwolff</author>
                <description>Presseerklärung von Matthias Bärwolff, verkehrspolitischer Sprecher und Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat Erfurt, zu den aktuellen Entwicklungen in Bezug auf das Erfurter Sozialticket.</description>
                <content:encoded><![CDATA[<p>"Was wird aus dem Sozialticket?" Mit dieser Frage werde ich in letzter Zeit immer wieder von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern konfrontiert. Seit Ende Juni zahlt die Stadtverwaltung das Sozialticket bzw. den Zuschuss von 15 Euro nicht mehr aus. Zwar sollen die Zuschüsse bei Vorliegen eines regulären Haushalts rückwirkend ausgezahlt werden, aber trotzdem bedeutet der aktuelle Zustand eine große Unsicherheit für viele Menschen in Erfurt. Und der Blick auf die Debatten über ein Haushaltssicherungskonzept für die kommenden Jahre verstärkt die Unsicherheit noch zusätzlich. Aus diesem Grund hatte DIE LINKE vor zwei Monaten mit Unterstützung der SPD und der Grünen im Stadtrat einen Antrag beschlossen, mit dem der Oberbürgermeister beauftragt wurde, im Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) für die Einrichtung eines Tickets zu wirken, dass sich am Mobilitätssatz gemäß dem Sozialgesetzbuch II orientiert und damit den Titel "Sozialticket" tatsächlich wieder verdient.<br><br>Leider gab es bis heute aus der Stadtverwaltung keinerlei offizielle Informationen zum aktuellen Stand der Verhandlungen im VMT. Lediglich über den "Flurfunk" und durch Kontakte zu anderen kommunalen Fraktionen der LINKEN in Gemeinden im VMT konnte ich in Erfahrung bringen, dass es anscheinend kaum Fortschritte gibt. Wie es scheint, erklären zwar alle Verwaltungen grundsätzlich ein Interesse an der von uns vorgeschlagenen Regelung, verweisen aber gegenüber ihren Kommunalparlamenten auf die bremsende Position der anderen Mitglieder im VMT. Um hier Klarheit über den aktuellen Verhandlungsstand zu erlangen, habe ich zur nächsten Sitzung des Stadtrates eine Anfrage eingereicht.<br><br>Zugleich möchte ich dem Oberbürgermeister nahe legen, sollte es den Tatsachen entsprechen, dass sich im Moment die kommunalen Verwaltungen bei der Findung einer Lösung im Interesse der Betroffenen in ihren Gemeinden gegenseitig blockieren, die Landesregierung hinzuzuziehen. Rot-Rot-Grün in Thüringen ist auch angetreten, das Land sozial gerechter zu machen und dazu gehört für mich nicht zuletzt, dass allen Menschen Mobilität als Grundrecht ermöglicht wird; dafür reichen neue ICE-Trassen nicht aus. Über Prestigeprojekte sollte die Basisarbeit nicht vergessen werden, auch wenn dies vielleicht weniger Schlagzeilen bringt – oder anders ausgedrückt: Die Pflicht kommt vor der Kür.</p>]]></content:encoded>
                <category>Stadtratsmitglied Matthias Bärwolff</category><category>ÖPNV</category><category>Soziales</category><category>Bau und Verkehr</category>
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            <item>
                <guid isPermaLink="false">news-24817</guid>
                <pubDate>Thu, 30 Jun 2016 21:41:00 +0200</pubDate>
                <title>Verkehrspolitik neu denken</title>
                <link></link>
                <author>Matthias Bärwolff</author>
                <description>Presseerklärung von Matthias Bärwolff, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat Erfurt und Vorsitzender des EVAG-Aufsichtsrats, zu den heute bekannt gewordene Pläne zur Erhöhung der Abo-Preise der EVAG.</description>
                <content:encoded><![CDATA[<p>Wie der heutigen Presse zu entnehmen war, plant die EVAG zum 1. Januar 2017 die Preise der Abos um durchschnittlich 2,69 Prozent zu erhöhen. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates der EVAG habe ich diesen Plänen schweren Herzens zugestimmt. Neben den tariflich vereinbarten Gehaltssteigerungen für die Beschäftigten der EVAG und den steigenden Betriebskosten sind es vor allem die weggefallenen und noch weiter reduzierten Fördermittel von Land und Bund, die diese Preissteigerung notwendig gemacht haben. Allein im Jahr 2016 erhält die EVAG 1,4 Millionen Euro weniger vom Freistaat Thüringen.<br><br>Für DIE LINKE ist Mobilität ein Grundrecht und der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) darum Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Kurzfristig sind Bund und Land gefordert, ihre Förderung des ÖPNV dem Bedarf angemessen zu gestalten. In einem ersten Schritt muss das heißen, die Kürzungen rückgängig zu machen. Mittelfristig braucht es aus Sicht der LINKEN ein ÖPNV-Investitionsprogramm und eine Verkehrswende, die weg vom Auto hin zu umweltfreundlichen und sozial verträglichen Verkehrsmitteln geht. So muss das ÖPNV-Netz stärker ausgebaut werden. Dazu gehört aber auch den Parkraum stärker als bisher zu bewirtschaften und das Auto konsequent aus der Innenstadt zu verbannen.<br><br>Langfristig will DIE LINKE in Erfurt den fahrscheinfreien Nahverkehr. In vielen Städten weltweit ist das längst schon Praxis. Im Ergebnis hat sich dort die Nutzung des ÖPNV extrem gesteigert und dauert nachhaltig an. Gleichzeitig wurde der PKW-Verkehr massiv eingeschränkt. Eine solche Verkehrswende schafft die Voraussetzungen für hohe Lebensqualität, saubere Luft und attraktive Städte.<br><br>Nach wie vor ist vor allem die Verkehrspolitik des Bundes zu einseitig auf die Förderung des Autoverkehrs ausgerichtet. Nicht nur mit Blick auf den ökologischen Wandel ist hier ein Umdenken mehr als überfällig. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen in Städten leben, muss ein Schwerpunkt auf der Förderung des ÖPNV liegen.</p>]]></content:encoded>
                <category>Pressemitteilungen</category><category>Stadtratsmitglied Matthias Bärwolff</category><category>ÖPNV</category><category>Soziales</category>
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            <item>
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                <pubDate>Thu, 10 Mar 2016 18:17:00 +0100</pubDate>
                <title>Sozialticket wieder auszahlen</title>
                <link></link>
                <author>F. Warnecke (SPD), M. Bärwolff (DIE LINKE) und A. Thumfart (B´90/Grüne)</author>
                <description></description>
                <content:encoded><![CDATA[<p><i>Die Fraktionen von SPD, LINKE und B 90/Die Grünen haben sich gestern zum Schreiben des Thüringer Landesverwaltungamtes (LVerwA) verständigt, welches der Stadt die Weiterzahlung des Sozialtickets untersagt.<br>Dazu erklären die Fraktionsvorsitzenden, Frank Warnecke (SPD), Matthias Bärwolff (DIE LINKE) und Alexander Thumfart (B´90/Die Grünen):<br></i><br>"Die Rechtsauffassung des Landesverwaltungsamtes bedeutet im Kern, dass Städte und Gemeinden, die sich in der vorläufigen Haushaltsführung befinden, nur in engsten Grenzen etwas für das soziale Leben in ihrer Kommune tun könnten.<br><br>Es ist ein nicht zu vertretender Zustand, dass wir mit Einführung des Sozialtickets die Bezieher an ein Abo gebunden haben und diese durch die sofortige Einstellung des Sozialtickets nun aber ihrerseits die Verträge nicht lösen können.<br><br>Mit dieser Stellungnahme werden alle freiwilligen Leistungen zur Disposition gestellt und damit auch die Handlungsfähigkeit des Stadtrates in Zeiten ohne Haushalt. Wir halten diese Rechtsauffassung für falsch. Sie bedroht im Endeffekt den Großteil der sogenannten freiwilligen Leistungen in vielen Thüringer Kommunen und widerspricht anderen Stellungnahmen, die in dieser Frage vorliegen.<br><br>Die Fraktionen von Rot-Rot-Grün fordern den Oberbürgermeister auf, sich nicht mit dem Bescheid des ThürLVerwA abzufinden, sondern eine rechtliche Prüfung herbeizuführen. Bis zur abschließenden Klärung soll der Oberbürgermeister drauf hinwirken, dass das&nbsp; LVerwA zustimmt, dass das Sozialticket wieder ausgezahlt werden darf."<br><i></i></p>]]></content:encoded>
                <category>Pressemitteilungen</category><category>Soziales</category><category>Finanzen</category><category>kommunaler Haushalt</category><category>ÖPNV</category><category>Stadtratsmitglied Matthias Bärwolff</category>
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