80 Jahre Beginn des Zweiten Weltkrieges - 30 Jahre Erfurter Deserteursdenkmal.

Dr. Steffen Kachel

Gemeinsam mit der Erfurter Zivilgesellschaft gedachten Bodo Ramelow, Katja Maurer und Vertreter des Stadtverbandes DIE LINKE am Abend des 1. September auf dem Erfurter Petersberg der Errichtung des Denkmals für den unbekannten Wehrmachtsdeserteur vor 30 Jahren.

Pfarrer Martin Rambow erinnerte vor dem Denkmal an über 6.000 Todesurteile der NS- Justiz gegen Menschen, die sich entschlossen, dem verbrecherischen Krieg ihr Mittun zu entziehen.

Mitinitiatorin Julika Bürgin hob hervor, dass ein langer Kampf geführt werden musste, bis es das Denkmal geben konnte. Durch das gemeinsame Wirken von Kirchenvertretern, Gewerkschaftern und Aktiven aus Parteien und gesellschaftlichen Gruppen wurde das erreicht und auch unterstützt, dass der Deutsche Bundestag im Jahre 2002, 57 Jahre nach der Befreiung durch die Alliierten, die Urteile der NS-Justiz gegen Deserteure endlich für Unrecht erklärte.

Bodo Ramelow war als Gewerkschafter der hbv an den damaligen Debatten und Entschlüssen massgeblich beteiligt und hat den Weg für das Denkmal mit erstritten und geebnet. Dass Erfurt heute über solch ein antimilitaristisches Denkmal verfügt, das unangenehme Fragen stellt, sollte den Erfurterinnen und Erfurtern besonderer Ansporn sein, auch in den aktuellen Konflikten das Töten von Menschen als Weg zur Konfliktlösung radikal in Frage zu stellen.

Hier sind die beiden Reden zu finden:

Rede Martin Rambow

Rede Julika Bürgin