Anfrage "Pflege und Gestaltung von Grünflächen, insbesondere in den Erfurter Plattenbaugebieten"
Fragestellerin: Frau Stange, Fraktion DIE LINKE.
In den Erfurter Wohngebieten, so auch in den Plattenbausiedlungen, existiert eine Vielzahl von Grünflächen. Die Flächen werden - je nach Geschmack der jeweiligen Eigentümer - gepflegt, bewirtschaftet, bepflanzt etc.
1. Ist in der Stadt Erfurt eine Übersicht über Grünflächen - insbesondere die in den Plattenbausiedlungen - vorhanden, die keinen Parkcharakter haben?
Für die sich in Zuständigkeit der Stadt befindlichen Grünflächen besteht auch in den Plattenbaugebieten ein Übersicht. Die Zuordnung erfolgt entsprechend der Aufteilung der Erfurter Stadtteile. Die Flächengrößen variieren stark. Am Johannesplatz bspw. sind es 7.950 m2, darin enthalten sind auch Spielplätze. Bringt man die parkähnlichen Bestandteile der Grünflächen in den Stadttei-len in Abzug, ist der städtische Anteil mit Grünflächencharakter bezogen auf die Gesamtstadtteilgröße als niedrig einzustufen.
2. In welcher Weise beeinflusst die Stadtverwaltung den Umgang mit diesen und die Gestaltung der unter 1. genannten Grünflächen?
Im Rahmen der personellen und finanziellen Mittel versucht die Stadtverwal-tung die Gestaltung durch eine angemessene Pflege der Flächen als wichtige Vernetzungsstrukturen mit den privaten Grünflächen zu erhalten.
3. Gibt es Absichten die Gestaltung solcher Flächen- insbesondere in den Plat-tenbauwohngebieten- strategisch und konzeptionell vorzunehmen?
Die Zielsetzungen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK 2020) beinhalten für den darin enthaltenen Konzeptbaustein "Stadt- und Freizeit-landschaft" als wichtiges strategisches Projekt die Entwicklung des Grünen Gerabandes und hier insbesondere der nördlich der Altstadt gelegene Ab-schnitt, als zentralen Schwerpunkt für die innerstädtische Freiraumentwicklung. Die nördlich gelegenen bevölkerungsreichen Stadtteile (Rieth, Berliner Platz, Moskauer Platz) können mit dem Ausbau und der Umgestaltung des Gera-Grünzuges sowohl funktional als auch stadträumlich besser an die Kernstadt und an die Altstadt angebunden werden. Mit einer gestalterischen Einbindung und qualitätvollen Aufwertung (u. a. der Rückbauflächen z. B. in Form von Mietergärten als Übergangsbereiche) kann eine stärkere landschaftsbezogene Vernet-zung zwischen den Großsiedlungen und den angrenzenden Parkflächen erreicht werden. Mit dem Zuschlag für die Landeshauptstadt Erfurt zur Ausrichtung der Bundesgartenschau 2021 ist ein neuer Aspekt hinzugetreten. In der Machbarkeitsstudie BUGA 2021 wurden die Bereiche des Wohngebietsparks "Nördliche Gera-Aue" als Kernfläche im Flächenpool zur BUGA ausge-wiesen. Dies bedeutet, dass der Wohngebietspark "Nördliche Gera-Aue" mit seinen angrenzen-den Flächen zur BUGA - Veranstaltungsfläche zählen wird. Laut Machbarkeitsstudie besteht für den Wohngebietspark "Nördliche Gera-Aue" die Idee der Etablierung von neuen Nutzungen auf öffentlichen Flächen in der unmittelbaren Nähe zu den einzelnen Wohngebieten. Bestehende Angebote, Wege (z. B. Gera-Radweg) und die Vegetation sind in die Planungen für die Flächen zu integrieren. Zu den Maßnahmen zählen:
■ Die Schaffung von naturnahen Erlebnisräumen für Jung und Alt (Barrierefreiheit) in der Gera-Aue.
■ Angebote in Teilbereichen, die unter der Überschrift der urbanen Landwirtschaft zusam-menzufassen sind. Gedacht ist an einen Experimentierraum, der einerseits an die Erfurter Tradition im Produktionsgartenbau erinnert und andererseits an die wachsenden Ansprü-che an eine Nahrungsmittelproduktion für den täglichen Bedarf in der Nähe zu städtischen Ballungsräumen anknüpft.
Durch Integration der Rückbauflächen des Stadtumbaus als öffentliche Freiräume in den Gera-Grünzug kann eine freiraumplanerisch stärkere Vernetzung der Parkanlagen mit den Wohn-quartieren erfolgen. Die Wohnungsbauunternehmen sowie Erfurter Bürger werden in geeigneter Form intensiv in die Vorbereitungen und den laufenden Prozess zur Planung der BUGA 2021 in Erfurt einbezogen. Die vorgesehenen Wettbewerbsverfahren sollen mit einer Bürgerbeteiligung erfolgen, um auf eine breite Akzeptanz und Mitwirkungsbereitschaft in der Bevölkerung zu stoßen.
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