Antrag: Ausreichend Unternehmensgründungen in Erfurt?
Fragesteller: Herr Dr. Duddek, Fraktion DIE LINKE
Sachverhalt:
In einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 22.05.2013 werden die aktuellen Unternehmensgründungen in der Bundesrepublik analysiert und ins Verhältnis zu früheren Jahren gesetzt. Außerdem befasst man sich mit Ursachen der Gründungsrückgänge. Es heißt dort: "Der Sprung in die Selbständigkeit übt hierzulande einen immer geringeren Reiz aus - und das aus vielen Gründen. Im vergangenen Jahr machten sich nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW insgesamt 775.000 Menschen selbständig - so wenige wie seit der Jahrtausendwende nicht. 2011 hatte die Förderbank in ihrer jährlichen Analyse noch 835.000 Gründer gezählt. 'Der Rückgang ist besorgniserregend, denn Gründer helfen, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen', kommentierte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW, die Ergebnisse. Während die Zahl der Gründer im Nebenerwerb im vergangenen Jahr sogar leicht auf 460.000 Menschen anstieg, wurden nur noch 315.000 Vollerwerbsgründer registriert, etwa 65.000 weniger als im Vorjahr. Davon waren 212.000 echte Neugründungen, der Rest verteilte sich auf Übernahmen oder Beteiligungen an bestehenden Betrieben. Dementsprechend fiel auch die Arbeitsplatzbilanz der Gründer 2012 eher mau aus: Lediglich 383.000 vollzeitäquivalente Stellen wurden geschaffen (minus 14 Prozent zum Vorjahr). Seit Jahren legen allerdings die freien Berufe zu, wenngleich sie 2012 nur einen leichten Zuwachs auf 303.000 Gründungen verbuchten. Dazu habe unter anderem die steigende Zahl an Tagesmüttern beigetragen. Selbständig machen sich die Menschen häufig in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wenn es an Festanstellungen mangelt. Insofern bot 2012 eher wenig Anreiz, eine Betriebsgründung zu wagen. Zwar schwächte sich die Konjunktur ab, die Arbeitslosenquote sank aber weiter. Daher waren die Aussichten, eine Anstellung in einem schon existierenden Unternehmen zu finden, unverändert gut. Hinzu kommen laut KfW andere Hürden. Bürokratische Hemmnisse werden von Gründern ebenso genannt wie die Sorge, dass die Familie unter dem Sprung in die Selbständigkeit leidet. Das gilt besonders für Vollzeitgründer. Zwar erhöht sich durch die Selbständigkeit häufig - in 42 Prozent der Fälle - das Haushaltsnettoeinkommen. Allerdings müssen Gründer auch deutlich mehr arbeiten: Im Vollerwerb kommen sie auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden. 'Damit kommen sie auf einen Stundenlohn, der mit dem von Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor vergleichbar ist', heißt es. Rund ein Drittel der Gründungen ist nach drei Jahren wieder vom Markt verschwunden. 'Gründer müssen willens und fähig sein, mit diesem Risiko umzugehen', mahnen die KfW-Forscher daher. Finanzielle Engpässe können dabei zwar eine Rolle spielen, in vielen Fällen ist das Startkapital aber nicht der entscheidende Faktor. Denn immerhin vier von fünf Gründern können die benötigten Mittel 'problemlos aus eigenen oder fremden Mitteln decken', heißt es in der Studie."
In diesem Zusammenhang Frage ich den Oberbürgermeister:
1. Wie hat sich in Erfurt die Zahl der Unternehmensgründungen 2012/2013 im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt (Bitte Angaben in absoluten Zahlen und in Prozent) und wie gestaltete sich in diesem Zusammenhang in den letzten fünf Jahren das Verhältnis von Gewerbeabmeldungen zu -anmeldungen?
2. Wie viele Unternehmensgründungen in Erfurt waren jeweils Vollerwerbsgründer, Nebenerwerbsgründer und Freiberufler bzw. Neugründungen, Übernahmen und Beteiligungen?
3. Wie viele Arbeitsplätze wurden im Rahmen der Neugründungengeschaffen?
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