Die Linke im Erfurter Stadtrat machen EVAG-Streik zum Thema im Wirtschaftsausschuss
Zum zweiten Mal streiken die EVAG-Beschäftigten, um so in den laufenden Tarifverhandlungen Druck auf die kommunalen Arbeitgeber auszuüben. Es stellt sich die Frage, ob dies notwendig gewesen wäre.
„Aus Sicht der Linken hätten die kommunalen Arbeitgeber, zu denen auch die EVAG gehört, die berechtigten Gewerkschaftsforderungen frühzeitig aufgreifen und akzeptable Angebote unterbreiten müssen, um so weitere Streiks zu verhindern“, erklärt Karola Stange, die Vorsitzende der Stadtratsfraktion in Erfurt.
Durch die Streiks entstehen bei der EVAG erhebliche Einnahmeverluste. Aber auch Unternehmen, der Handel und die Gastronomie müssen die Folgen der Streiks verkraften, weil Beschäftigte und Gäste sowie Kunden nicht wie gewohnt mit Bus und Straßenbahn fahren können.
„Es ist nicht auszuschließen, dass diese Verluste und Schäden höher sind, als die Finanzierung der berechtigten Gewerkschaftsforderungen“, ist die Linkspolitikerin überzeugt.
Es gab diesbezüglich wahrnehmbar kein Zugehen der EVAG und der kommunalen Arbeitgeber auf die Gewerkschaft. „Diese Blockadehaltung ist nicht akzeptierbar und wir als Linke erwarten Erklärungen und Schlussfolgerungen“, so Karola Stange weiter.
Sie kündig an, dass Die Linke für die anstehende Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 4. März 2026 einen Dringlichkeitsantrag einreicht. Im Wirtschaftsausschuss soll die Geschäftsführung der EVAG und der Stadtwerke erläutern, was sie getan haben, um einen weiteren Streik zu verhindern, welche Kosten durch die Streiks entstehen und weshalb nicht auf die berechtigten Gewerkschaftsforderungen eingegangen wurde.
„Kommunale Arbeitgeber sind keine privaten Unternehmen, sondern haben eine besondere Verantwortung für die Daseinsvorsorge, was auch ein anderes Verhältnis und einen anderen Umgang mit den Beschäftigten einschließt“, so die Fraktionsvorsitzende der Linken abschließend.

