Ein schwerer Verlust für die Stadt Erfurt - Nachruf für Vera Eberhardt
Mit großer Trauer hat uns in den Morgenstunden des 15.März die Nachricht vom Tod unserer Genossin Vera Eberhardt erreicht.
14 Jahre lang gehörte Vera Eberhardt dem Erfurter Stadtrat an und setzte sich für die Belange der Stadt ein. 1946 gehörte sie zu den ersten Neulehrern, absolvierte später ihren Fachlehrer für Mathematik und schloss ihr Berufsleben 1988 als Lehrerin im Hochschuldienst an der Pädagogischen Hochschule ab. Bis ins hohe Alter gab sie unentgeltlich und ohne nach Herkunft und Bekanntschaft zu fragen Schülern Nachhilfe, um diese durch die Prüfungen zu bringen. Seit 1970 war sie dem Roten Kreuz verbunden. Vera Eberhardt gründete einen Bürgerbeirat in ihrem Wohnviertel. Auch nach ihrer Zeit als Stadträtin arbeitete Sie noch weiter im Ausschuss für Soziales, Familie und Gleichstellung als berufene Bürgerin mit. Von 1994 bis 2008 gehörte sie dem Seniorenbeirat der Landeshauptstadt an, engagierte sich auch danach noch als ehrenamtliches Mitglied in dessen Arbeitsgruppen. Frau Eberhardt war Ehrenmitglied des Stadtvorstandes des Seniorenschutzbundes und arbeitete in der Arbeitsgruppe Seniorenpolitik der Partei DIE LINKE mit.
2011 erhielt Vera Eberhardt den Bürgerpreis der Sparkassenstiftung Erfurt für ihr Lebenswerk.
Sie war eine Antifaschistin der ersten Stunde. Als Jungkommunistin verteilte sie mit 16 Jahren Flugblätter gegen den Krieg und kam 10 Tage in Einzelhaft in den Gefängnisbau in der Andreasstraße. Noch bis ins letzte Jahr war sie bei jeder Demonstration gegen Naziaufmärsche mit dabei.
Wir trauern um unser langjähriges Mitglied. Genossin Vera Eberhardt genoss durch ihre aufrechte Art und ihren solidarischen Lebensstil weit über die Grenzen der Stadt Erfurt hinaus ein hohes Ansehen.
Mit ihr verlieren wir nicht nur eine engagierte Bürgerin der Stadt, sondern auch eine Zeitzeugin der deutschen Barbarei und Nachkriegsgeschichte.
In der Geschäftsstelle der Stadtratsfraktion wird ab Mittwoch, 20.03.2013 ein Kondolenzbuch für alle Erfurterinnen und Erfurter, die Vera gedenken wollen, bereitliegen.
