Gedenken an den Wehrmachtsdeserteur
Es gehört zu den guten Traditionen in Erfurt, dass jedes Jahr zum sogenannten Volkstrauertag am Denkmal des unbekannten Wehrmachtsdeserteurs auf Initiative des Friedenskreises Erfurt den Opfern der Weltkriege gedacht wird, und dabei ganz besonders derjenigen, die sich dem Morden in den Kriegen entgegen gestellt haben. Melanie Pohner vom DGB-Bildungswerk erinnerte dabei am Sonntag an das Schicksal jener fünf Soldaten, die am 8.April 1945 Wenige Stunden vor der Besetzung Erfurts durch die Amerikaner an den Wällen des Petersberges noch erschossen wurden. Dr. Rüdiger Bender sprach über den Lebensweg von Martin Niemöller, der als Pfarrer vom Standpunkt der Vaterlandsverteidigung kam und durch die Erlebnisse in Krieg und KZ zu einem überzeugten Antimilitaristen wurde. Er berichtete von einem spannenden Brief der Martin-Niemöller-Stiftung an Bundespräsident Gauck, in dem er aufgefordert wird, den wichtigen Begriff der Verantwortung nicht in Diest von Waffengewalt zu stellen. Christian Schaft forderte für die Linksjugend solid Kritik an der offiziellen Gedenkkultur in Deutschland, die bis heute an vielen Stellen klare Stellungnahmen für Frieden und gegen autoritäre Strukturen vermissen lässt.


