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Handel in Erfurt – nur Geiz ist geil, Media Markt, Kaufland, Obi und Möbel Finke???

Matthias Plhak
Traum der Investoren in der Johannesstrasse

Ende letzten Jahres machten Medienberichte darauf aufmerksam, daß knapp zwei Drittel aller Geschäfte in Thüringer Innenstädten laut Industrie- und Handelskammer Erfurt (IHK) in der Hand großer Ketten sind. Familiengeführte kleine Läden würden nach aktuellen Analysen der Erfurter Kammer immer mehr in schlechtere Lagen abgedrängt. Als wichtigste Ursache gelte der enorme Anstieg der Mieten in hervorgehobenen Geschäftslagen - also dort, wo die meisten potenziellen Kunden und die höchsten Umsätze erwartet werden. So würden für Laden-Immobilien am Erfurter Anger nach Erhebungen der Fachverbände 90 Euro und mehr je Quadratmeter verlangt. Im Gegenzug  zu den stark nachgefragten Innenstadtlagen würden immer mehr Einkaufsstraßen in abgelegenen Stadtteilen veröden.

 

Ich habe deshalb die Stadtverwaltung gefragt, wie sich aus ihrer Sicht die Situation in Erfurt darstellt. Die Antwort war ernüchternd. Die letzten Zahlen zu diesem Thema, die der Stadtverwaltung vorliegen, sind aus dem Jahr 2006. Bereits zu diesem Zeitpunkt musste die Stadtverwaltung feststellen: „ Auch die Aussage, dass inhabergeführte Geschäfte immer mehr an den Stadtrand gedrängt werden (oder ganz aufgegeben werden) trifft für Erfurt zu.“

 

Im weiteren beurteilt die Stadtverwaltung die Lage, z. Bsp. In der Johannesstraße und in der Magdeburger Allee wie folgt: dass „...sowohl die Magdeburger Allee als auch die Johannesstraße keine 1A Lagen der Stadt sind und in der derzeitigen Struktur der Stadt niemals eine werden. Beide sind für Nahversorgung und Spezialgeschäfte prädestiniert.“

 

Was bedeutet dies aber konkret? Wie bewerten die Gewerbetreibenden in diesem Zusammenhang das nicht umgesetzte Bauvorhaben in der ehemaligen Druckerei Fortschritt in der Johannesstraße und den Umbau der ehemaligen Schuhfabrik in der Magdeburger Alle zum Pflegeheim? Und was geschieht auf der Brache des alten Kinos am Ilversgehofener Platz?

 

Zu diesem Thema und zur Klärung der aufgeworfenen Fragen wird die Stadtratsfraktion eine öffentliche Veranstaltung mit der neuen Beigeordneten für Wirtschaftsförderung, Kathrin Hoyer, und den Gewerbetreibenden durchführen. Über Zeit und Ort wird rechtzeitig in der Depesche informiert.

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