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Inakzeptabel: Trotz Hitzewelle trockene Brunnen in Erfurt

Karola Stange

Während in Erfurt seit Tagen Höchsttemperaturen herrschen, bleiben ausgerechnet die begehbaren Brunnen- und Wasserspielanlagen am Berliner Platz und im Rieth außer Betrieb. 

Wo Kinder spielen und sich ältere Menschen Abkühlung verschaffen könnten, herrscht gähnende Leere. Für Die Linke im Erfurter Stadtrat ist das ein Armutszeugnis für das Krisenmanagement der Stadtverwaltung und des Oberbürgermeisters.

„Wer in Zeiten zunehmender Hitzewellen ausgerechnet die wenigen kostenfreien Möglichkeiten zur Abkühlung nicht bereitstellen kann, hat die Herausforderungen des Klimawandels nicht verstanden“, erklärt Karola Stange, Vorsitzende der Stadtratsfraktion DIE LINKE. „Brunnen sind im Hochsommer keine Dekoration, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und des Gesundheitsschutzes“, so Stange weiter.

Der Verweis auf Personalmangel, Reparaturstau und zusätzliche Prüfpflichten bei der Wasserqualität, überzeugt nicht und solche Dinge müssen lösbar sein. Für Die Linke dürfen diese Gründe nicht dazu führen, dass die Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste die Folgen ausbaden müssen.

„Wenn seit Jahren Personal fehlt und notwendige Wartungen aufgeschoben werden, dann ist das kein plötzliches Problem in diesem Sommer, sondern das Ergebnis falscher Prioritäten. Die Leidtragenden sind Familien, Kinder und ältere Menschen in dicht bebauten Stadtteilen, in denen sich Hitze besonders staut“, so Stange.

Gerade in den großen Wohngebieten im Erfurter Norden wirken Brunnen und Wasserspiele als kleine Klimaoasen. Sie sorgen durch Verdunstung für Kühlung und erhöhen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Ihr Ausfall verschärft den sogenannten Wärmeinseleffekt und macht deutlich, wie schlecht Erfurt bislang auf häufigere und intensivere Hitzewellen vorbereitet ist.

Die Linke fordert die Stadtverwaltung auf, die Reparaturen mit höchster Priorität abzuschließen und künftig sicherzustellen, dass begehbare Brunnenanlagen während der Sommermonate uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig braucht Erfurt eine langfristige Strategie zur Anpassung an den Klimawandel mit ausreichend Personal, verlässlicher Wartung der öffentlichen Infrastruktur und zusätzlichen Trinkwasser- und Kühlangeboten.

Dass die sonstigen städtischen Trinkwasserbrunnen funktionieren, ist selbstverständlich und begrüßenswert. „Sie können den Ausfall der Wasserspielanlagen jedoch nicht ersetzen. Gerade Kinder brauchen Orte, an denen sie sich bei extremer Hitze sicher und kostenlos abkühlen können“, stellt die Linkspolitikerin abschließend klar. 

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