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Resolution der Stadtratsfraktionen zum AfD Parteitag

Karola Stange

Resolution

Erfurt steht zusammen für Freiheit, Verantwortung und Demokratie am 4. Juli 2026. Resolution der Erfurter Stadtratsfraktionen CDU, SPD & PIRATEN, Die Linke, Mehrwertstadt und Bündnis 90 / DIE GRÜNEN 

 

Am 4. Juli 2026 werden in Erfurt mehrere Großveranstaltungen und Versammlungen zeitgleich stattfinden. Erwartet werden insgesamt über 50.000 Menschen. Neben einem Bundesparteitag und angekündigten Gegenversammlungen finden Konzerte und weitere öffentliche Veranstaltungen statt. Das zeitgleiche Stattfinden mehrerer Großveranstaltungen stellt die Stadtverwaltung, die Stadtwerke, die Sicherheitsbehörden sowie die Rettungs- und Hilfsdienste vor erhebliche organisatorische Herausforderungen. Der Stadtrat würdigt ausdrücklich dieses Engagement und ruft zum Respekt für alle Beteiligten, die unter diesen Bedingungen einen geordneten, sicheren und friedlichen Verlauf des Tages gewährleisten, auf. 

 

Das Eintreten der Erfurter Zivilgesellschaft für Demokratie, Vielfalt und gegenseitigen Respekt ist ein wichtiger Ausdruck gelebter demokratischer Kultur. Es stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und macht sichtbar, dass ein friedliches Miteinander nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder gemeinsam gestaltet und verteidigt werden muss. 

 

Das haben auch die Erfurter Bundestagsabgeordneten Michael Hose, Carsten Schneider, Bodo Ramelow und Katrin Göring-Eckardt in ihrer gemeinsamen Erklärung „Erfurt – Stadt der Freiheit, der Verantwortung und der Demokratie“ deutlich gemacht. Der Stadtrat Erfurt trägt diese Erklärung mit folgendem Wortlaut vollumfänglich mit: 

 

„Erfurt ist eine Stadt der freien Geister und der bewegenden Begegnungen. Hier wirkten Bonifatius, Meister Eckhart, Martin Luther, Adam Ries. Hier begann Sauerbruchs medizinische Laufbahn. Hier öffnete Willy Brandt im Erfurter Hof ein Fenster, durch das später ganz Deutschland zur Einheit ging. Erfurt steht mitten in der deutschen Geschichte - mit all ihren Höhen und Abgründen. Vom Erfurter Unionsparlament bis zur Katastrophe von 1933.

 

Vom Aufbruch der Weimarer Republik bis zu Topf & Söhne und der industriellen Organisation des Mordens. Die Vorbereitung der Friedlichen Revolution hatte ihren Platz in Erfurt, der große Evangelische Kirchentag 1988 war ebenso ein öffentliches Statement. Friedensgebete, große Veranstaltungen in Kirchen und auf der Straße waren elementarer Teil der DDR weiten friedlichen Revolution. 

 

Diese Stadt weiß, was Freiheit kostet. Und sie weiß, was Demokratie braucht. In den vergangenen Jahren war Erfurt Gastgeber für große demokratische Begegnungen: Bundesgartenschau, Kirchentage, Katholikentag, Tag der Deutschen Einheit. 

Das Themenjahr 900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen, die neue Tora für die Erfurter Synagoge und das UNESCO-Welterbe Jüdisch-Mittelalterliches Erbe sind Zeichen dieser Verantwortung. 

 

Demokratie lebt nicht von Selbstverständlichkeit. 

Sie lebt von Beteiligung. 

Von Menschen, die ihre Verfassung kennen, achten und anwenden. 

 

Der beste Schutz der Verfassung ist ihre gelebte Praxis. 

Mündige Bürger mischen sich ein. Sie ergreifen Partei für die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Sie nutzen Ihre Grundrechte – auch die Versammlungsfreiheit. Darum laden wir am 4. Juli 2026 zu einem offenen, fröhlichen friedlichen und entschlossenen Fest der Demokratie ein.“ 

 

Wir stehen zusammen! 

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